24.07.26
Der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) hat den Vertretern der Städte und Landkreise im Grundvertragsausschuss seine Pläne für eine grundlegende Reform von Tarif und Vertrieb vorgestellt. Vorgesehen ist, das Ticketsortiment ab 2027 deutlich zu verschlanken und damit übersichtlicher zu gestalten. Langfristig soll das VGN-Angebot bis 2030 weitgehend auf digitale Fahrscheine umgestellt und der Vertrieb grundsätzlich bargeldlos erfolgen.
Bereits im Juni hatten die Verkehrsunternehmen in der Gesellschafterversammlung der geplanten Tarifreform zugestimmt. In den kommenden Wochen sollen weitere Einzelheiten mit den Städten und Landkreisen abgestimmt werden.
Hintergrund der Reform sind die veränderte Nachfrage seit der Corona-Pandemie sowie die Einführung des Deutschlandtickets im Mai 2023. Vor allem das Deutschlandticket hat mit seinem vergleichsweise günstigen Preis und der einfachen Nutzung das Nachfrageverhalten vieler Fahrgäste verändert. Als digitales Ticket hat es innerhalb kurzer Zeit eine hohe Verbreitung erreicht. Wie in anderen Verkehrsverbünden gingen dadurch auch im VGN die Verkaufszahlen klassischer Zeit- und Einzelkarten deutlich zurück.
Seit 2019 ist die Zahl der VGN-Abonnements um 86 Prozent gesunken, bei den Mobicards und der Monatskarte Solo 31 beträgt der Rückgang 83 Prozent. Die Verkäufe von 4er-Tickets, Streifenkarten und Tagestickets haben sich nahezu halbiert. Der Absatz von Einzelfahrkarten ging um 31 Prozent zurück.
„Ein Wachstum bei den Ticketverkäufen hatten wir im vergangenen Geschäftsjahr fast nur beim Deutschlandticket, unseren HandyTickets und beim eTarif egon. Einen spürbaren Zuwachs gibt es noch bei den KombiTickets, die immer häufiger digital erworben werden. Diese Entwicklung bestätigt uns bei der zeitgemäßen Neuordnung unseres Tarifsystems. Unser Sortiment der Zukunft wird aus drei Säulen bestehen: dem Deutschlandticket, dem eTarif egon mit einer leistungsgerechten Abrechnung nach Kilometern sowie einem überschaubaren Angebot an nachfragestarken Tickets“, erklärt VGN-Geschäftsführer Torsten Heider.
Außerhalb des Schülerverkehrs werden nach Angaben des VGN bereits 87 Prozent aller Fahrten mit einem digitalen Ticket oder dem eTarif egon durchgeführt.
Tim Dahlmann-Resing, Vorstandssprecher der VAG Nürnberg und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des VGN, begrüßt die Reformpläne: „Die geplante Tarifreform bietet gute Möglichkeiten, vorhandene Zugangsbarrieren abzubauen. Ein übersichtliches Tarifsortiment erleichtert den Fahrgästen die Wahl ihres Tickets.“
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de