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Bogestra AG stellt Bilanz 2025 vor

28.07.26

Die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (Bogestra) hat ihre Bilanz für das Geschäftsjahr 2025 vorgestellt. Trotz schwieriger finanzieller Rahmenbedingungen blieb das Verkehrsangebot weitgehend stabil. Gleichzeitig verweist das Unternehmen auf den zunehmenden Kostendruck im öffentlichen Nahverkehr und fordert eine dauerhaft auskömmliche Finanzierung durch Bund und Länder.

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Bogestra etwas mehr als 120 Millionen Fahrgastfahrten. Das sind rund 150.000 mehr als im Jahr 2024. Nach Angaben des Unternehmens nutzen weiterhin rund 90 Prozent der Fahrgäste ein Deutschlandticket. Bei Gelegenheitsfahrgästen gewinnt zudem der elektronische Tarif eezy.nrw zunehmend an Bedeutung.

Auch die Digitalisierung des Vertriebs schreitet voran. Die Einführung bargeldloser Bezahlmöglichkeiten in Bussen und Bahnen wurde 2025 in Abstimmung mit dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) begonnen und soll im Laufe dieses Jahres abgeschlossen werden. Danach soll in allen Fahrzeugen mit Fahrausweisverkauf auch die bargeldlose Bezahlung möglich sein.

Mit einer Verkehrsleistung von 27,28 Millionen Kilometern blieb das Angebot nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. Gegenüber 2024 legte die Betriebsleistung um rund 160.000 Kilometer zu.

Um die mit den Anteilseignern vereinbarten wirtschaftlichen Vorgaben einzuhalten, setzte die Bogestra im vergangenen Jahr ihre Umstrukturierung des Busbetriebs fort. Im Zuge der geplanten Weiterentwicklung der E-Busflotte und einer veränderten Standortstruktur wurde der Busstandort Witten aufgegeben.

Die von dort bedienten Linien werden weiterhin unter der Konzession der Bogestra betrieben, die Verkehrsleistungen übernehmen jedoch beauftragte Busunternehmen. Gleichzeitig verringerte das Unternehmen seine eigene Busflotte und erhöhte den Anteil der von Subunternehmen erbrachten Leistungen. Nach Angaben der Bogestra konnten betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden. Die Mitarbeiter des Standorts Witten wurden an anderen Betriebsstandorten weiterbeschäftigt.

Nach Unternehmensangaben konnte der mit den Anteilseignern vereinbarte finanzielle Rahmen von rund 94,5 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025 eingehalten werden. Gleichzeitig sieht die Bogestra den öffentlichen Nahverkehr weiterhin vor großen finanziellen Herausforderungen. Die angespannte Haushaltslage vieler Kommunen erschwere es den Aufgabenträgern zunehmend, steigende Kosten für das bestehende Verkehrsangebot zu finanzieren.

Nach Auffassung der Unternehmensführung sind deshalb eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung des ÖPNV durch Bund und Länder sowie langfristig gesicherte Finanzierungsstrukturen erforderlich. Nur so könnten das bestehende Angebot erhalten, notwendige Investitionen umgesetzt und weitere Leistungskürzungen vermieden werden.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de