28.07.26
Die Berliner Verkehrsbetriebe AöR (BVG) starten ein neues Pilotprojekt für mehr Orientierung und Sicherheit an U-Bahnhöfen. Das Pilotprojekt trägt den Arbeitstitel „Pink*Zone“. PINK steht dabei für „Punkt für Information, Notruf und Kontakt“, das Sternchen für alle.
Getestet werden auffällige Markierungen rund um die Notruf- und Informationssäulen. Wer sich unwohl fühlt oder Hilfe benötigt, erreicht über den Notrufknopf jederzeit direkt die Sicherheitsleitstelle der BVG AöR. Die Mitarbeiter sehen die Fahrgäste per Videoübertragung, können die Situation unmittelbar einschätzen, Unterstützung organisieren und bei Bedarf Videodaten sichern.
Das Pilotprojekt ist Teil der Sicherheitsstrategie der BVG AöR. Nachdem die Zahl der Straftaten im Jahr 2025 den niedrigsten Stand seit mehr als zehn Jahren erreicht hatte, setzte sich die Entwicklung nach Angaben des Unternehmens auch im ersten Halbjahr 2026 fort. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum gingen die registrierten Straftaten demnach um rund 16 Prozent zurück.
„Sicherheit bedeutet nicht nur Technik und Personal, sondern auch Orientierung. Es muss auf einen Blick erkennbar sein, wo Unterstützung erreichbar ist. Mit unserem Pilotprojekt rücken wir die Notruf- und Informationssäulen stärker in den Fokus, damit jeder sofort erkennt: Hier gibt es Hilfe“, sagt Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der BVG AöR.
Den Auftakt machten in der vergangenen Woche die U-Bahnhöfe Alexanderplatz, Kurfürstenstraße und Britz-Süd. In den kommenden Tagen folgen die Bahnhöfe Walther-Schreiber-Platz und Osloer Straße. Dabei kommen bewusst unterschiedliche Farb- und Gestaltungskonzepte zum Einsatz. Alle Varianten wurden vorab geprüft, auch im Hinblick auf die Anforderungen der Barrierefreiheit.
„Die besten Lösungen entstehen gemeinsam mit unseren Fahrgästen. Deshalb testen wir verschiedene Farb- und Gestaltungskonzepte und möchten wissen: Was funktioniert im Alltag wirklich? Dieses Feedback fließt direkt in die Weiterentwicklung des Projekts ein“, erklärt Jenny Zeller-Grothe, BVG-Vorständin für Betrieb und Personal.
Über einen QR-Code können Fahrgäste ihre Erfahrungen direkt mit der BVG AöR teilen. Die Rückmeldungen fließen in die Auswertung des Pilotprojekts ein. Die BVG AöR verfügt bereits heute über eine Sicherheitsleitstelle, Sicherheitskräfte, Videoüberwachung sowie insgesamt 570 Notruf- und Informationssäulen. Die „Pink*Zone“ ergänzt diese bestehenden Angebote und macht den Zugang zu Hilfe im Bahnhof noch sichtbarer – mit dem Ziel, die Hemmschwelle, Hilfe zu holen, zu senken und Straftaten möglichst frühzeitig zu verhindern.
Auch in den einzelnen Deliktbereichen setzte sich die Entwicklung nach Angaben der BVG AöR fort. Im ersten Halbjahr 2026 gingen gegenüber dem Vorjahreszeitraum die registrierten Körperverletzungen um rund 14 Prozent, die Sexualdelikte um rund fünf Prozent und die Taschendiebstähle um rund 31 Prozent zurück.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de