31.07.26
Die Stadtwerke Bonn (SWB) haben weitere Einzelheiten zu den Untersuchungen an ihren aus dem Verkehr genommenen B-Stadtbahnwagen veröffentlicht. Nachdem SWB Bus und Bahn, die Elektrischen Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises (SSB) sowie die Technische Aufsichtsbehörde (TAB) am 20. Juli entschieden hatten, 60 Fahrzeuge vorsorglich stillzulegen, liegen inzwischen erste Ergebnisse der laufenden technischen Überprüfung vor.
Nach Angaben des Unternehmens zeigt sich dabei ein komplexes Bild historisch gewachsener technischer Abweichungen. Betroffen sind unter anderem Radsatzwellen, Kupplungssysteme und Federspeicherbremsen. Darüber hinaus wurden Radsatzwellen aus den 1970er Jahren in jüngeren Fahrzeugserien, Dokumentationslücken bei Pressverbindungen sowie nicht ausdrücklich freigegebene Getriebebauteile festgestellt.
„Sicherheit ist das Fundament unseres Handelns. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, haben wir bereits in den vergangenen Monaten eine umfassende technische Bestandsaufnahme unserer B-Wagen-Flotte durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild: Während der Großteil der identifizierten Themen als ‚beherrschbar‘ eingestuft wird, haben wir bei einzelnen Punkten sofortige und konsequente Maßnahmen ergriffen und gemeinsam mit der TAB entschieden, 60 B-Stadtbahnwagen von der Schiene zu nehmen. Sicherheit geht vor Schnelligkeit“, erklärt SWB-Verkehr-Geschäftsführerin Anja Wenmakers.
Bislang sind keine Betriebsauffälligkeiten oder Ausfälle der beanstandeten Komponenten bekannt geworden. Gleichwohl sollen alle Bauteile, deren Herkunft oder Zulassung nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann, im Rahmen der anstehenden Instandhaltungen ersetzt werden. Zudem werde jedes Fahrzeug derzeit im Abstand von zwei Wochen vollständig überprüft.
„Trotz der festgestellten Abweichungen sind bislang keine Betriebsauffälligkeiten oder Versagen dieser Komponenten bekannt. Selbstverständlich werden alle nicht nachweisbaren oder veränderten Bauteile im Rahmen der kommenden Instandsetzungszyklen konsequent durch legitimierte Neuteile ersetzt“, sagt Betriebsleiter Friedrich-Jörn Zauner.
Parallel dazu begleiten die Konzernführung und die Aufsichtsräte der SWB die Aufarbeitung. Nach Angaben des Unternehmens sollen die Ursachen der festgestellten Abweichungen sowie die zugrunde liegenden Entscheidungs- und Dokumentationsprozesse umfassend untersucht werden. Der Aufsichtsrat fordert eine vollständige Aufklärung, bevor Schlussfolgerungen zu Verantwortlichkeiten gezogen werden.
Die Wiederinbetriebnahme der 60 Stadtbahnwagen hängt vom Abschluss der technischen Untersuchungen sowie den Vorgaben der Technischen Aufsichtsbehörde ab. Ein Termin hierfür wurde bislang nicht genannt. Da Nordrhein-Westfalen seit der vergangenen Woche in den Schulferien ist, besteht aktuell noch etwas Atempause für die morgendliche Frühspitze.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de