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Mobilitätsstudie im Rheinland

03.08.26 (go.Rheinland)

Die Menschen im Gebiet des Verkehrsverbundes go.Rheinland sind im Alltag etwas seltener und kürzer unterwegs als noch vor einigen Jahren. Das geht aus der aktuellen regionalen Auswertung der bundesweiten Studie „Mobilität in Deutschland“ (MiD) hervor. Gleichzeitig bestätigt die Untersuchung deutliche Unterschiede zwischen dem Mobilitätsverhalten in den Städten und im ländlichen Raum.

Demnach unternehmen die Einwohner im Durchschnitt täglich 2,8 Wege. Dabei legen sie rund 34 Kilometer zurück und sind insgesamt etwa 79 Minuten unterwegs. Gegenüber der vorherigen Erhebung aus dem Jahr 2017 sind sowohl die Zahl der Wege als auch die zurückgelegten Entfernungen und die tägliche Unterwegszeit leicht gesunken.

Besonders deutlich fallen die Unterschiede zwischen den verschiedenen Siedlungsräumen aus. In den Stadtregionen Köln, Bonn und Aachen sowie deren Umland wird mehr als jeder zweite Weg mit Verkehrsmitteln des Umweltverbundes zurückgelegt. Dazu zählen Bus und Bahn ebenso wie das Fahrrad oder der Fußweg. Der motorisierte Individualverkehr spielt dort eine geringere Rolle als in den ländlichen Gebieten des Verbundraums.

Außerhalb der Ballungsräume bleibt dagegen das Auto das dominierende Verkehrsmittel. Rund zwei Drittel aller Wege werden dort mit dem Pkw oder anderen motorisierten Fahrzeugen zurückgelegt. Entsprechend geringer fallen die Anteile des öffentlichen Verkehrs und des Radverkehrs aus. Während Busse und Bahnen in den Stadtregionen auf einen Wegeanteil von rund 14 Prozent kommen, liegt dieser in den ländlichen Räumen bei etwa sieben Prozent. Auch das Fahrrad wird in den Städten deutlich häufiger genutzt. Der Anteil der zu Fuß zurückgelegten Wege unterscheidet sich dagegen zwischen beiden Raumtypen nur wenig.

Insgesamt erreicht der Umweltverbund im Gebiet von go.Rheinland einen Anteil von rund 52 Prozent an allen Wegen. Damit liegt sein Anteil weiterhin über dem des motorisierten Individualverkehrs, dessen Bedeutung gegenüber der Erhebung von 2017 um rund sieben Prozentpunkte zurückgegangen ist.

Die Studienautoren führen die Veränderungen unter anderem auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie und die stärkere Verbreitung von Homeoffice zurück. Viele Berufstätige legen heute weniger Arbeitswege zurück als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig haben sich neue Angebote im öffentlichen Verkehr, darunter das Deutschlandticket, auf das Mobilitätsverhalten ausgewirkt. Nach Angaben von go.Rheinland ist die Nutzung des öffentlichen Verkehrs in der Region Köln, Bonn und Aachen gegenüber 2017 gestiegen.

Veränderungen zeigen sich auch bei der Ausstattung der Haushalte. Elektrisch unterstützte Fahrräder sind inzwischen deutlich weiter verbreitet als bei der letzten Erhebung. Dies dürfte nach Einschätzung des Verkehrsverbundes ebenfalls dazu beitragen, dass mehr Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden – also mit einer Verkehrsart jenseits des privaten Autos.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de