04.08.26 (Baden-Württemberg)
Mit der Unterzeichnung einer Planungs- und Finanzierungsvereinbarung ist ein weiterer Schritt für den Ausbau und die Elektrifizierung der Oberen Neckarbahn zwischen Tübingen und Horb erfolgt. In der vergangenen Woche unterzeichneten Baden-Württembergs Verkehrsministerin Nicole Razavi (CDU), der Vorsitzende des Zweckverbands Regional-Stadtbahn Neckar-Alb, Eugen Höschele, und Michael Weller von der DB InfraGo die Vereinbarung in Tübingen.
An der Veranstaltung nahmen außerdem der Tübinger Landrat Hendrik Bednarz (CDU), Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) sowie der Bundestagsabgeordnete Christoph Naser (CDU) teil. Die zuständigen Gremien hatten der Vereinbarung bereits zuvor zugestimmt.
Damit kann die DB InfraGo die Planung für den Ausbau der rund 32 Kilometer langen Strecke bis zur Genehmigungsreife vorantreiben. Zunächst soll bis Ende 2028 die Vorplanung abgeschlossen werden. Hierfür richtet die DB InfraGo ein eigenes Projektteam ein. Umfangreiche Vorarbeiten sind bereits erfolgt. So wurde die Strecke vollständig vermessen und nach der BIM-Methode in ein digitales Planungsmodell überführt, das die weiteren Planungsschritte erleichtern soll.
Die Obere Neckarbahn gilt als einer der wichtigsten Bestandteile der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb. Künftig soll auf der Strecke neben einer Regionalexpress-Linie des Landes zwischen Horb, Rottenburg, Tübingen und Stuttgart auch die Regional-Stadtbahn verkehren. Geplant sind zwei Regional-Stadtbahn-Linien. Zwischen Tübingen und Rottenburg soll mindestens ein Halbstundentakt angeboten werden, bis Horb ist ein Stundentakt vorgesehen. Darüber hinaus sind entlang der Strecke zusätzliche Begegnungsabschnitte und sieben neue Haltepunkte vorgesehen.
Durch den Ausbau und die Elektrifizierung sollen sowohl die Kapazität als auch die Betriebsqualität der Strecke verbessert werden. Gleichzeitig schafft das Projekt die Voraussetzung für einen vollständig elektrischen Betrieb und ein dichteres Fahrplanangebot.
Die Kosten für Ausbau und Elektrifizierung werden derzeit auf rund 302,4 Millionen Euro geschätzt. Nach Abschluss der Vorplanung sollen die Berechnungen aktualisiert werden. Die Projektpartner rechnen mit einer Förderung aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz des Bundes. Für die Ausbaumaßnahmen wird eine Förderquote von 75 Prozent erwartet, bei der Elektrifizierung sogar bis zu 90 Prozent. Ergänzend plant das Land Baden-Württemberg weitere Zuschüsse.
Die Finanzierung der nun beginnenden Planungsleistungen bis einschließlich Leistungsphase 4 übernehmen das Land und der Zweckverband jeweils zur Hälfte. Eigentümerin der Strecke ist die DB InfraGo, die auch als Bauherr für die Maßnahmen verantwortlich ist. Der Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb koordiniert die kommunale Projektseite. Mit der jetzt geschlossenen Vereinbarung schaffen die verschiedenen Projektpartner die Grundlage für die weiteren Planungsschritte im Rahmen des Gesamtprojektes.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de