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VVG: ILSE wird nachgefragt

04.08.26 (Mecklenburg-Vorpommern)

Der Rufbus ILSE der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Greifswald (VVG) setzt sein Wachstum fort. Im ersten Halbjahr 2026 nutzten 16.536 Fahrgäste das flexible Mobilitätsangebot. Damit wurde nahezu das Fahrgastaufkommen des gesamten Vorjahres erreicht, als 16.914 Fahrgäste gezählt wurden. Gleichzeitig stieg auch die Zahl der Buchungen weiter an. ILSE war im Dezember 2017 zunächst als Pilotprojekt im Amt Peenetal/Loitz gestartet und galt damals als erstes fahrplanloses Rufbussystem in Mecklenburg-Vorpommern.

Während anfangs lediglich zwei beziehungsweise drei Fahrzeuge im Einsatz waren, umfasst die Flotte inzwischen 21 Rufbusse. Das Bediengebiet wurde in mehreren Schritten ausgeweitet. Seit März 2024 steht das Angebot im bisherigen Bediengebiet der VVG flächendeckend zur Verfügung. Anfang 2026 folgte die Ausdehnung auf die Insel Usedom, seit Juli werden auch die Ämter Anklam-Land und Peenestrom bedient. Weitere Erweiterungen auf die Ämter Züssow, Lubmin und Landhagen sind nach Angaben der VVG für Ende 2026 beziehungsweise Anfang 2027 vorgesehen.

Nach Angaben des Unternehmens hat sich der Rufbus inzwischen als Verkehrsmittel für den Alltag etabliert. Zu den regelmäßigen Nutzern zählen insbesondere junge Menschen und Senioren, die das Angebot beispielsweise für Fahrten zur Schule, zum Arzt, zum Einkaufen oder in der Freizeit nutzen. Von Januar bis Juni gingen insgesamt 18.173 Buchungen ein, aus denen 13.818 Fahrten entstanden. Die Fahrzeuge legten dabei rund 385.600 Kilometer zurück.

Gleichzeitig verändert sich das Buchungsverhalten. Während zu Beginn überwiegend telefonisch reserviert wurde, erfolgt inzwischen der größte Teil der Bestellungen über die ILSE-App. Im Juni wurden bereits 57 Prozent aller Fahrten auf diesem Weg gebucht. Der telefonische Anteil lag bei 42 Prozent, Buchungen über die Internetseite spielen nur noch eine untergeordnete Rolle.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung auf der Insel Usedom. Dort übernahm die VVG den Busverkehr zu Beginn des Jahres. Während die Rufbusse im Januar rund 5.600 Kilometer auf 221 Fahrten zurücklegten, waren es im Juni bereits knapp 16.000 Kilometer bei 651 Fahrten. Das Verkehrsaufkommen hat sich damit innerhalb weniger Monate nahezu verdreifacht.

In den Anfang Juli neu hinzugekommenen Bediengebieten fällt die Nachfrage nach Angaben der VVG bislang noch geringer aus. Das Unternehmen rechnet dort jedoch mit steigenden Fahrgastzahlen, sobald sich das Angebot weiter etabliert hat.

Zum 1. August erweitert die VVG den Rufbus außerdem um zusätzliche Haltestellen in Wolgast. Neu eingerichtet werden die Haltepunkte Tannenkampweg, Altenheim, Hufelandstraße, Ärztehaus, Aldi und Thälmannplatz. Damit sollen unter anderem medizinische Einrichtungen, Einkaufsmöglichkeiten und seniorengerechte Angebote besser erreichbar werden. Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützt den Betrieb des Rufbussystems weiterhin finanziell.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de