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SBB plant neues Leitsystem

12.08.26 (Schweiz)

Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) bereiten die Einführung einer neuen Generation der Bahnsteuerung vor. In den kommenden Jahren soll ein neues digitales Leitsystem beschafft werden, das ab den 2030er-Jahren schrittweise die bisher eingesetzte Technik ersetzt. Ziel ist es, die Kapazität des Schienennetzes zu erhöhen, den Bahnbetrieb weiter zu stabilisieren und den Zugverkehr flexibler steuern zu können.

Bis zur vollständigen Einführung des neuen Systems bleibt das bisherige Leitsystem „Iltis“ im Einsatz. Dafür hat die SBB den bestehenden Vertrag mit Siemens Mobility verlängert. Das derzeit genutzte integrale Leit- und Informationssystem der Bahnleittechnik, kurz Iltis, wird seit mehr als 30 Jahren in den Betriebszentralen der SBB eingesetzt. Dort überwachen und steuern Mitarbeitende rund um die Uhr den Personen- und Güterverkehr im gesamten Schweizer Schienennetz. Das System unterstützt die Disponenten bei der Betriebsführung und trägt dazu bei, dass Züge sicher und möglichst pünktlich verkehren.

Nach Angaben der SBB sind die Anforderungen an die Betriebssteuerung in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen. Das Bahnnetz wird intensiver genutzt, die Zahl der Züge nimmt zu und gleichzeitig wachsen die Möglichkeiten der Digitalisierung. Vor diesem Hintergrund soll ein neues Leitsystem entstehen, das eng mit den künftigen digitalen Stellwerken und den Fahrplansystemen vernetzt wird. Außerdem soll die neue Technik internationalen Standards entsprechen und eine noch effizientere Steuerung des Zugverkehrs ermöglichen.

Die Ausschreibung für das Nachfolgesystem soll nach derzeitiger Planung ab 2027 im Rahmen eines öffentlichen Vergabeverfahrens erfolgen. Mit der schrittweisen Einführung rechnet die SBB ab Beginn der 2030er-Jahre. Die vollständige Umstellung soll nach Möglichkeit bereits Anfang der 2040er-Jahre abgeschlossen sein.

Bis dahin bleibt das bestehende System Iltis unverzichtbar. Um dessen sicheren Betrieb während der Übergangszeit zu gewährleisten, hat die SBB den Vertrag mit Siemens Mobility über die technische Betreuung verlängert. Die entsprechende Vergabe wurde Ende Juli auf der Schweizer Beschaffungsplattform Simap veröffentlicht.

Ein Anbieterwechsel für die Betreuung des bestehenden Systems kommt nach Angaben der SBB nicht infrage. Siemens hatte Iltis entwickelt und besitzt die Rechte an der Software sowie das notwendige technische Know-how für Wartung und Weiterentwicklung. Andere Unternehmen könnten diese Aufgaben daher weder technisch noch rechtlich übernehmen.

Für die Betreuung des Systems bis spätestens 2045 sieht die SBB einen maximalen Kostenrahmen von 280 Millionen Schweizer Franken vor. Die Leistungen werden von Siemens Mobility Schweiz am Standort Wallisellen erbracht. Nach Angaben der SBB verbleibt damit die gesamte Wertschöpfung in der Schweiz. Mit der geplanten Modernisierung setzt die SBB ihre langfristige Strategie zur Digitalisierung weiter fort.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de