12.08.26 (Allgemein)
Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) unterstützt seine Mitgliedsunternehmen mit einem kostenfreien Beratungsangebot bei Neu- und Umbauten von Betriebshöfen und Werkstätten. Ziel ist es, Planungsfehler frühzeitig zu erkennen und die Anlagen an die wachsenden Anforderungen eines modernen öffentlichen Nahverkehrs anzupassen.
Nach Angaben des Verbandes wird das Angebot von den Verkehrsunternehmen zunehmend nachgefragt. Zwischen 2022 und 2024 wurden insgesamt 20 Bauberatungen abgeschlossen. Derzeit begleitet der VDV weitere 15 Projekte.
Das Angebot richtet sich an Verkehrsunternehmen, die bestehende Betriebshöfe modernisieren oder neue Werkstätten und Abstellanlagen errichten wollen. Im Mittelpunkt stehen dabei betriebliche Abläufe, Arbeitsschutz, technische Anforderungen sowie die langfristige Nutzbarkeit der Anlagen. Die Beratung setzt bereits in einer frühen Planungsphase an.
Bauvorhaben werden zunächst im VDV-Fachausschuss Betriebshöfe und Werkstätten vorgestellt. Anschließend begleiten erfahrene Fachleute die Projekte. Das Beraterteam verbindet praktische Erfahrungen aus dem Betrieb von Werkstätten und Betriebshöfen mit Fachwissen zu Arbeitssicherheit und Planung. Ergänzt wird die Beratung durch Vor-Ort-Termine, bei denen bestehende Anlagen oder vorgesehene Bauflächen besichtigt und bewertet werden.
Nach Angaben des Verbandes konnten auf diese Weise in den vergangenen Jahren zahlreiche Planungsfehler vermieden werden. Dazu zählen beispielsweise zu schmale Verkehrswege, unzureichende Sicherheitsabstände oder ungünstig gestaltete Arbeitsbereiche im Freien. Werden solche Punkte bereits in der Entwurfsphase erkannt, lassen sich spätere Umbauten und zusätzliche Kosten vermeiden. Gleichzeitig erhöht sich die Planungssicherheit für die Verkehrsunternehmen.
Der Beratungsbedarf wächst auch deshalb, weil sich die Anforderungen an Betriebshöfe und Werkstätten grundlegend verändern. Immer mehr Verkehrsunternehmen stellen ihre Busflotten auf batterieelektrische oder wasserstoffbetriebene Fahrzeuge um. Damit steigen die Anforderungen an Lade- und Betankungsinfrastruktur, Werkstattausrüstung, Brandschutz und Arbeitssicherheit. Häufig müssen bestehende Betriebshöfe umfassend umgebaut werden, um die neuen Fahrzeugtechnologien aufnehmen zu können.
Nach Einschätzung des VDV verfügen viele Betriebshöfe jedoch über eine Infrastruktur, die für diese Aufgaben nicht ausgelegt ist. Zahlreiche Anlagen stammen aus einer Zeit, in der ausschließlich Dieselbusse eingesetzt wurden. Die notwendige Modernisierung erfordert daher erhebliche Investitionen.
Kritisch bewertet der Verband die Finanzierung dieser Maßnahmen. Nach Angaben des VDV werden Neu- und Umbauten von Betriebshöfen und Werkstätten in vielen Bundesländern nur unzureichend oder gar nicht gefördert, während die Kosten steigen und Fahrgeldeinnahmen wegbrechen, etwa durch das Deutschlandticket.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de