13.08.26 (VRR)
Die Düsseldorfer Rheinbahn AG hat auf der Stadtbahnstrecke nach Holthausen eine neue Koppelspule für das Zugbeeinflussungssystem ZUB installiert. Die Technik soll die Sicherheit im Fahrbetrieb erhöhen und ist Bestandteil der „Sicherheitsstrategie 2030“ des kommunalen Unternehmens der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Sie ermöglicht eine berührungslose Kommunikation zwischen Strecke und Fahrzeug und überwacht unter anderem die Einhaltung zulässiger Geschwindigkeiten.
Die Koppelspule überträgt sicherheitsrelevante Informationen direkt an entsprechend ausgerüstete Stadtbahnen. Überschreitet ein Fahrzeug die zulässige Geschwindigkeit, erhält der Fahrer zunächst eine optische und akustische Warnung. Reagiert er nicht, verhindert das System je nach Situation eine weitere Beschleunigung oder leitet selbstständig eine Bremsung ein. Damit ergänzt ZUB die bestehenden Sicherungssysteme um eine zusätzliche technische Ebene und soll menschliche Fehlhandlungen möglichst frühzeitig abfangen.
Zum Einsatz kommt die neue Technik zunächst auf dem Abschnitt nach Holthausen, da dort Fahrzeuge verkehren, die bereits über die notwendigen ZUB-Komponenten verfügen. Die Rheinbahn will die Erfahrungen aus dem Betrieb auswerten und anschließend prüfen, auf welchen weiteren Strecken des Stadtbahnnetzes ein entsprechender Ausbau sinnvoll und technisch möglich ist. Die Anlage in Holthausen dient damit zugleich als Pilotprojekt für mögliche weitere Anwendungen.
Nach Angaben der Rheinbahn wurde die neue Koppelspule vollständig von eigenen Fachleuten aus dem Bereich Infrastruktur programmiert und projektiert. Vor der Inbetriebnahme fanden zunächst Werkstatttests statt. Anschließend errichtete das Unternehmen auf dem Betriebshof Heerdt einen Probeaufbau und führte dort Testfahrten durch. Erst nach Abschluss dieser Erprobungen wurde die Anlage auf der Strecke nach Holthausen installiert.
Die Maßnahme ist Teil eines größeren Sicherheitsprogramms, das die Rheinbahn nach mehreren schweren Unfallereignissen der vergangenen Monate auf den Weg gebracht hat. Neben der Zugbeeinflussung investiert das Verkehrsunternehmen unter anderem in Kollisionswarnsysteme, zusätzliche Fahrzeugtechnik sowie angepasste Betriebsprozesse. Technische und organisatorische Maßnahmen sollen dabei miteinander kombiniert werden, um Risiken möglichst früh zu erkennen und den Fahrbetrieb zusätzlich abzusichern.
Mit der „Sicherheitsstrategie 2030“ will die Rheinbahn die verschiedenen Maßnahmen systematisch zusammenführen und schrittweise ausbauen. Nach Unternehmensangaben soll Sicherheit dabei nicht allein über das Verhalten der Fahrer gewährleistet werden. Vielmehr sollen technische Systeme unterstützen, überwachen und im Bedarfsfall selbstständig eingreifen. Die neue Koppelspule in Holthausen ist ein weiterer Schritt dieses Programms und soll zugleich Erkenntnisse für die weitere Modernisierung der Stadtbahninfrastruktur liefern.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de