18.08.26
Die Berliner Verkehrsbetriebe AöR testen am U-Bahnhof Kottbusser Tor einen neuen Meldeweg über WhatsApp. Fahrgäste können dort ab sofort Verschmutzungen, beschädigte Einrichtungen, Graffiti, Vandalismus oder andere Auffälligkeiten direkt an das Unternehmen melden. Der Versuch ist zunächst auf den Bahnhof Kottbusser Tor beschränkt. Damit ergänzt die BVG ihre Kontaktmöglichkeiten um einen digitalen Meldeweg, der unmittelbar vor Ort genutzt werden kann.
Über QR-Codes auf Plakaten und Aufklebern gelangen Nutzer unmittelbar zum WhatsApp-Kanal der BVG AöR. Alternativ ist dieser unter der Nummer 030/25630100 erreichbar. Dort werden die Fahrgäste Schritt für Schritt durch die Meldung geführt. Die Hinweise werden strukturiert erfasst und anschließend an die jeweils zuständigen Bereiche innerhalb des Unternehmens weitergegeben. Auf diese Weise sollen Probleme schneller erkannt und bearbeitet werden.
Nach Angaben der BVG geht es bei dem Angebot vor allem um alltägliche Mängel und Beobachtungen, die die Sauberkeit, den Zustand des Bahnhofs oder die Aufenthaltsqualität betreffen. Dazu können etwa Müll neben Abfallbehältern, beschädigte Sitzbänke oder Graffiti gehören. Auch auffälliges Verhalten oder Situationen, die aus Sicht eines Fahrgasts überprüft werden sollten, können gemeldet werden.
BVG-Chef Henrik Falk sieht in den Rückmeldungen der Fahrgäste eine zusätzliche Informationsquelle für den Betrieb. Menschen, die einen Bahnhof täglich nutzten, bemerkten Probleme häufig frühzeitig. Der neue Kanal soll die Kontaktaufnahme vereinfachen und die Hemmschwelle für eine Meldung senken. Auch Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) unterstützt den Versuch.
Das Kottbusser Tor dient der BVG bereits als sogenannter Innovationsbahnhof, an dem neue Konzepte zunächst unter Alltagsbedingungen erprobt werden. Dazu gehörten in der Vergangenheit unter anderem eine Reinigungsstreife und eine intelligente Kameradetektion. Beide Anwendungen wurden nach Angaben der BVG anschließend in den Regelbetrieb übernommen. Der WhatsApp-Kanal ist nun ein weiterer Baustein dieses Konzepts.
Die BVG will beobachten, wie das Angebot von den Fahrgästen angenommen wird und welchen Nutzen die Meldungen im täglichen Betrieb haben. Bewährt sich der neue Kontaktweg, kann er künftig auch an weiteren Berliner U-Bahnhöfen eingeführt werden. Der Test soll zugleich zeigen, ob sich WhatsApp dauerhaft als zusätzlicher Servicekanal eignet.
Ausdrücklich nicht vorgesehen ist der WhatsApp-Kanal für akute Gefahrensituationen. Er ersetzt weder einen Notruf noch die vorhandenen Sicherheitseinrichtungen in den Bahnhöfen. Bei unmittelbarer Gefahr sollen Fahrgäste weiterhin die Notruf- und Informationssäulen nutzen oder die Polizei unter der Notrufnummer 110 verständigen. Der WhatsApp-Dienst ist ausdrücklich nicht für Fälle gedacht, in denen ein zeitkritischer Einsatz der Polizei ausgelöst werden muss.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de