20.08.26
Der Stadtverkehr Detmold (SVD) setzt seine Kampagne für mehr Respekt gegenüber dem Fahrpersonal fort. Hintergrund sind Berichte von Mitarbeitern über verbale Entgleisungen und aggressive Fahrgäste in den Stadtbussen. Tätliche Übergriffe, wie sie bundesweit zuletzt vor allem aus dem Bahnverkehr bekannt wurden, stehen in Detmold dabei nicht im Mittelpunkt. Die SVD und die beteiligten Verkehrsunternehmen BVO Busverkehr Ostwestfalen und Karl Köhne Omnibusbetriebe wollen jedoch frühzeitig auf einen respektvollen Umgang hinwirken.
Die Kampagne wurde vor rund vier Wochen gestartet. Inzwischen hängen mehr als 50 großformatige Plakate an Haltestellen im Stadtgebiet. Auf den Motiven sind Mitarbeiter aus dem Fahrdienst zu sehen. Sie werden von dargestellten Fahrgästen unterstützt, die sich symbolisch vor das Fahrpersonal stellen. Die zentrale Botschaft lautet „Einsteigen nur mit Respekt“. Damit will die SVD deutlich machen, dass Beschimpfungen und verbale Angriffe nicht als normaler Bestandteil des Berufs akzeptiert werden sollen.
Auch Detmolds Bürgermeister Frank Hilker (SPD) unterstützt die Aktion. Er verweist darauf, dass klare Regeln für das gesellschaftliche Miteinander notwendig seien und der ÖPNV ein Ort sein müsse, an dem sich Fahrgäste und Beschäftigte sicher fühlen können.
Bei der Gestaltung der Kampagne verzichteten die Verantwortlichen auf allgemeine Hinweisschilder oder humorvolle Sprüche. Stattdessen sollen die Motive Solidarität mit den Busfahrern vermitteln. Einer der verwendeten Sätze lautet „Leg dich nicht mit meinem Fahrer an“. Nach Angaben der beteiligten Marketingagentur sollen die Beschäftigten dabei nicht als Opfer dargestellt werden. Vielmehr stehen Fahrgäste im Mittelpunkt, die dem Personal sichtbar den Rücken stärken.
Die SVD arbeitet bei der Kampagne mit den Verkehrsunternehmen zusammen, die den Stadtbusverkehr in Detmold durchführen. Von den Verkehrsbetrieben Extertal, der Konzernmutter der Karl Köhne Omnibusbetriebe, wird nach den ersten Wochen vor allem die Aufmerksamkeit für das Thema positiv bewertet. Die Beschäftigten nähmen wahr, dass ihre Arbeit öffentlich sichtbar gemacht werde.
Die Kampagne reagiert auf eine Entwicklung, über die Verkehrsunternehmen bundesweit seit längerem berichten. Beschäftigte werden insbesondere bei Konflikten im Fahrzeug, bei Kontrollen oder bei der Durchsetzung von Regeln mit Beleidigungen und teilweise auch Gewalt konfrontiert. In Detmold liegt der Schwerpunkt derzeit auf verbalen Angriffen gegen das Fahrpersonal.
Mit den Plakaten wollen SVD, BVO und Karl Köhne deshalb nicht nur die Beschäftigten unterstützen, sondern auch die Fahrgäste ansprechen. Der Stadtbus soll nach Vorstellung der Beteiligten ein öffentlicher Raum bleiben, in dem ein respektvoller Umgang selbstverständlich ist. Die Botschaft der Kampagne richtet sich damit nicht gegen bestimmte Fahrgastgruppen, sondern formuliert eine allgemeine Erwartung an das Verhalten im Bus.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de