20.08.26
Der Schweizer Schienenpersonenverkehr hat im zweiten Quartal 2026 einen neuen Höchststand erreicht. Mit 6,30 Milliarden Personenkilometern lag die Verkehrsleistung um 5,2 Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals. Damit wurde auch der bisherige Rekord aus dem vierten Quartal 2025 mit 6,11 Milliarden Personenkilometern übertroffen. Das geht aus dem aktuellen Quartalsreporting Bahn von LITRA und dem Verband öffentlicher Verkehr (VöV) in Zusammenarbeit mit der SBB hervor.
Im Vergleich zum ersten Quartal 2026 stieg die Verkehrsleistung sogar um 8,8 Prozent. Dieser deutliche Zuwachs ist allerdings teilweise saisonal bedingt, da die Nachfrage im Personenverkehr im zweiten Quartal üblicherweise zunimmt. Unabhängig davon setzt sich der längerfristig positive Trend fort. Der Personenverkehr bleibt damit der wichtigste Wachstumstreiber auf dem Schweizer Schienennetz.
Auch im Güterverkehr zeigt sich nach mehreren schwächeren Quartalen eine leichte Erholung. Im zweiten Quartal wurden 2,82 Milliarden Nettotonnenkilometer erreicht. Das entspricht einem Plus von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und 2,8 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres. Ob daraus bereits eine nachhaltige Trendwende entsteht, ist jedoch offen. Der Güterverkehr steht weiterhin unter Druck durch strukturelle Probleme, Kapazitätsengpässe und eine schwierige Planbarkeit auf stark beanspruchten Korridoren.
Die Nachfrage nach Trassen blieb derweil auf hohem Niveau nahezu stabil. Insgesamt wurden im zweiten Quartal 53,24 Millionen Trassenkilometer bestellt. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Plus von 0,9 Prozent, gegenüber dem ersten Quartal 2026 lediglich 0,2 Prozent. Bereits im ersten Quartal hatte sich die Nachfrage gegenüber dem Vorjahr nur leicht erhöht. Die Entwicklung verläuft damit seit Jahresbeginn weitgehend stabil.
Das Wachstum bei den Trassen wird weiterhin vor allem vom Personenverkehr getragen. Obwohl die Verkehrsleistung im Güterverkehr leicht zulegte, wurden dort erneut weniger Trassen bestellt als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Damit setzt sich die unterschiedliche Entwicklung der beiden Marktsegmente fort. Mehr Verkehrsleistung im Güterverkehr führt somit derzeit nicht zu einer entsprechend höheren Zahl bestellter Trassen.
Die Zahlen zeigen zugleich, dass die Auslastung der Schweizer Bahninfrastruktur weiter hoch bleibt. Steigende Nachfrage im Personenverkehr trifft auf ein Netz, das zugleich die Anforderungen des Güterverkehrs bewältigen muss. Für die weitere Entwicklung wird deshalb entscheidend sein, ob zusätzliche Kapazitäten geschaffen und bestehende Engpässe reduziert werden können.
Das Quartalsreporting Bahn erfasst regelmäßig die Entwicklung von Verkehrsleistung und Trassennachfrage. Die aktuellen Werte bestätigen für das zweite Quartal 2026 vor allem den starken Personenverkehr, während der Güterverkehr erstmals seit längerer Zeit wieder leichte Wachstumsimpulse zeigt.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de