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Sachsen-Anhalt kritisiert DB-Pläne

21.08.26

Geänderte Bauplanungen der Deutschen Bahn sorgen in Sachsen-Anhalt für Kritik. Nach Angaben des Landes führen die neuen Zeitpläne zu deutlich längeren Sperrungen, insbesondere in der Altmark. Verkehrsministerin Lydia Hüskens (FDP) fordert zusätzliche Fernverkehrsangebote und eine bessere Berücksichtigung regionaler Interessen. Besonders betroffen ist die Strecke Wolfsburg–Oebisfelde–Stendal–Rathenow. Ihre Sperrung soll nach den neuen Planungen bis zu zwei Jahre dauern.

Hinzu kommt eine rund 14-monatige Sperrung der Neubaustrecke Wolfsburg–Berlin. Dadurch muss ein erheblicher Teil des Fernverkehrs über andere Strecken geführt werden. In Sachsen-Anhalt steigt damit auf mehreren Ost-West-Verbindungen die Zahl der Umleiterzüge.

Für die Altmark bedeutet die verlängerte Sperrung nach Einschätzung des Landes zusätzliche Belastungen. Die Region ist auf Bahnverbindungen in Richtung Wolfsburg, Hannover und Berlin angewiesen. Im Raum Gardelegen droht nach aktuellem Stand mehr als zwei Jahre lang Schienenersatzverkehr. Gerade auf längeren Entfernungen führen Busverkehre zu deutlich verlängerten Reisezeiten. Für Fahrgäste bedeutet das über einen langen Zeitraum zusätzliche Fahrzeit und eine geringere Verlässlichkeit der täglichen Verbindungen. Auch Anschlüsse werden dadurch schwieriger planbar.

Hüskens unterstützt grundsätzlich notwendige Sanierungen, kritisiert aber die zusätzlichen Verlängerungen der Sperrzeiten. Wenn Fernverkehrszüge wegen der Bauarbeiten durch Sachsen-Anhalt umgeleitet werden, sollen diese nach Vorstellung des Landes auch für Reisende aus der Region nutzbar sein.

Gefordert wird deshalb ab Oktober eine regelmäßige schnelle Fernverkehrsverbindung auf der Achse Leipzig–Magdeburg–Stendal–Wittenberge. In Magdeburg sollen Anschlüsse in Richtung Hannover und in Wittenberge in Richtung Berlin entstehen. Zudem fordert das Land, umgeleitete Fernzüge auch für Regionalpendler freizugeben. Damit könnten die zusätzlichen Züge zumindest teilweise die Einschränkungen im Nahverkehr abfedern.

Gleichzeitig dürften andere Infrastrukturvorhaben durch die Umleitungsverkehre nicht weiter verzögert werden. Dazu zählt aus Sicht des Verkehrsministeriums die Modernisierung der Stellwerke zwischen Halle und Eichenberg. Bis zur Erneuerung der Technik müsse genügend Personal für den sicheren Betrieb der bestehenden Anlagen bereitstehen.

Ebenfalls gefordert wird eine höhere Priorität für die geplante Geschwindigkeitserhöhung zwischen Magdeburg und Stendal. Sachsen-Anhalt erwartet einen Ausgleich dafür, dass das Land zusätzliche Belastungen aus bundesweiten Bau- und Umleitungsplanungen übernehmen muss.

Projekte, die für die betroffenen Regionen wichtig sind, sollen deshalb priorisiert, finanziert und beschleunigt werden. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Altmark, die durch die verlängerten Sperrungen über einen ungewöhnlich langen Zeitraum mit Einschränkungen im Bahnverkehr rechnen muss.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de