Siemens Mobility hat den ersten von zwölf dreiteiligen Metrozügen für das Projekt Sydney Metro – Western Sydney Airport nach Australien geliefert. Das Fahrzeug befindet sich nun im Abstell- und Wartungszentrum Orchard Hills in New South Wales. In den kommenden Monaten stehen zunächst Inbetriebnahme und Tests im Depot an, anschließend folgen dynamische Erprobungen auf der Hauptstrecke.
Die neue, 23 Kilometer lange Metrolinie soll den Western Sydney International Airport mit dem Bradfield City Center verbinden. Nach der Eröffnung werden die Züge vollautomatisch nach GoA4 betrieben, also ohne Fahrer. Zum Einsatz kommen Fahrzeuge auf Basis der Inspiro-Plattform von Siemens Mobility, die für die Anforderungen der neuen Strecke angepasst wurden.
Die Züge verfügen unter anderem über große Fenster, breite Türen, durchgängige Wagenübergänge und barrierefreie Einstiege. Vorgesehen sind Rollstuhlplätze, Echtzeit-Fahrgastinformationen, Videoüberwachung und Notrufsprechstellen. Redundante Klimaanlagen, Fußbodenheizung und geräuscharme Technik sollen den Komfort im Betrieb erhöhen. Das Innendesign greift Motive der Landschaft und Kultur der Cumberland Plain auf.
Vor der Auslieferung wurde der erste Zug bereits in Wien und im Siemens-Testzentrum Wildenrath geprüft. Dazu gehörten auch Tests unter unterschiedlichen Umweltbedingungen. In Sydney beginnt nun die nächste Phase mit Fahrversuchen und der Vorbereitung auf den späteren Regelbetrieb.
Ein weiterer Bestandteil des Projekts ist die digitale Plattform Railigent X, die erstmals in Australien eingesetzt wird. Sie soll Zustandsdaten auswerten und mit Hilfe von datenbasierten Analysen sowie künstlicher Intelligenz eine vorausschauende Wartung ermöglichen. Ziel ist es, mögliche technische Probleme frühzeitig zu erkennen und die Verfügbarkeit der Fahrzeuge und Anlagen zu erhöhen.
Siemens Mobility erhielt 2022 den Auftrag für seinen Anteil am schlüsselfertigen Projekt. Zum Leistungsumfang gehören neben den zwölf fahrerlosen Metrozügen auch Signaltechnik, Elektrifizierung, Telekommunikation, Bahnsteigtüren und das Depot. Hinzu kommt ein 15-jähriger Full-Service-Vertrag für Betrieb und Instandhaltung der gelieferten Systeme. Der Vertragsanteil von Siemens Mobility beträgt rund 900 Millionen Euro.
Realisiert wird das Projekt vom Parklife-Metro-Konsortium aus Siemens Mobility, Plenary Group, Webuild und RATP Dev im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft mit Sydney Metro. Die neue Strecke ist Teil des Ausbaus der Verkehrsinfrastruktur im Westen Sydneys und soll den neuen Flughafen an das Metronetz anbinden.
Mit der Anlieferung des ersten Zuges wechselt das Projekt nun von der Fertigungs- in die Erprobungsphase. Die weiteren elf Fahrzeuge sollen folgen und gemeinsam auf der neuen Linie eingesetzt werden. Das System ist vollständig auf automatisierten Betrieb ausgelegt und verbindet Fahrzeuge, Leit- und Sicherungstechnik sowie digitale Wartung in einem gemeinsamen Gesamtkonzept.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de