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VGN baut digitale Rufbus-Buchung aus

Der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) baut die digitale Buchung von Bedarfsverkehren weiter aus. Inzwischen sind rund 150 Angebote aus zehn Landkreisen und kreisfreien Städten in die App „VGN Fahrplan & Tickets“ integriert. Bis zum Jahresende sollen etwa 50 weitere hinzukommen. Langfristig will der Verbund alle Bedarfsverkehre im VGN-Gebiet über die App buchbar machen.

Seit Januar 2024 wird das System in mehreren Pilotgebieten eingesetzt. Dazu gehören unter anderem die Landkreise Nürnberger Land und Neumarkt sowie der Zweckverband Amberg-Sulzbach. Weitere Aufgabenträger stehen nach Angaben des VGN bereits mit dem Verbund in Kontakt.

Mit der digitalen Buchung sollen bisherige Hürden bei Rufbussen, Anrufsammeltaxis und On-Demand-Verkehren abgebaut werden. Bislang mussten Fahrgäste je nach Angebot telefonisch reservieren, wobei Hotlines teilweise nur zu bestimmten Zeiten erreichbar waren. Auch Preise oder mögliche Zuschläge waren nicht immer unmittelbar ersichtlich und konnten zum Teil nicht online bezahlt werden.

In der VGN-App können Fahrgäste nun eine Verbindung suchen und sich bei einem Bedarfsverkehr direkt zur Mitfahrt anmelden. Dabei lassen sich Kindersitze oder die Mitnahme eines Kinderwagens angeben. Auch Vorausbuchungen und wiederkehrende Reservierungen sind möglich. Fallen Zuschläge an, können diese digital bezahlt werden. Voraussetzung ist, dass die Vorlaufzeiten eingehalten werden.

Der Verbund verfolgt damit das Ziel, Auskunft, Buchung und Bezahlung möglichst ohne Medienbruch in einer Anwendung zusammenzuführen. Fahrgäste sollen nicht mehr zwischen Fahrplanauskunft, Telefon und verschiedenen Bezahlsystemen wechseln müssen. VGN-Geschäftsführer Torsten Heider sieht darin einen wichtigen Schritt, um Bedarfsverkehre ähnlich einfach nutzbar zu machen wie klassische Bus- und Bahnangebote.

Gerade auf schwächer nachgefragten Strecken und zu Randzeiten spielen solche Verkehre eine wichtige Rolle, weil sie ein Angebot ermöglichen, ohne dauerhaft reguläre Linienfahrten vorhalten zu müssen.

Auch für Verkehrsunternehmen sowie Städte und Landkreise soll das System Vorteile bringen. Buchungen aus der App und telefonische Bestellungen laufen in einem gemeinsamen Fahrtwunsch-System zusammen. Die Fahrtwünsche werden dort automatisch disponiert und nach Möglichkeit gebündelt. Das Fahrpersonal erhält die Aufträge über eine eigene Fahrer-App. Dadurch sollen Fahrzeuge effizienter eingesetzt und Leerfahrten reduziert werden.

Der VGN sieht Bedarfsverkehre als wichtigen Bestandteil der Daseinsvorsorge, insbesondere in ländlichen Regionen und zu Zeiten mit geringer Nachfrage. Der Freistaat Bayern hat die Entwicklung des Systems unterstützt und 50 Prozent der Anfangsinvestitionen gefördert. Mit der weiteren Integration in die VGN-App sollen die Angebote für Fahrgäste leichter zugänglich und zugleich für die Verkehrsunternehmen einfacher zu steuern sein.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de