Die Stadtwerke Bonn (SWB) haben das Geschäftsjahr 2025 besser abgeschlossen als ursprünglich geplant. Aus Sicht der Eigentümerin Bundesstadt Bonn ergibt sich nach Steuern ein Konzernergebnis von 2,1 Millionen Euro. Das konsolidierte Ergebnis der gesamten SWB-Gruppe liegt bei einem Überschuss von 15,4 Millionen Euro. Während das Energiegeschäft vergleichsweise stabil verlief, bleibt insbesondere der Verkehrsbereich finanziell angespannt.
Im Energiebereich profitierte SWB Energie und Wasser von höheren Absatzmengen bei Strom, Gas und Wasser sowie von geringeren Abschreibungen und Zinsaufwendungen. Belastend wirkten dagegen eine niedrigere Stromproduktion und ein leicht gesunkener Fernwärmeabsatz. Das Jahresergebnis der Sparte belief sich auf 49,5 Millionen Euro.
Im Sommer 2025 nahm das Unternehmen zudem den 500. Ladepunkt in Betrieb und baute damit seine Infrastruktur für Elektromobilität weiter aus. Für die kommenden Jahre rückt die Wärmewende stärker in den Mittelpunkt. Geprüft werden unter anderem eine weitere Verdichtung des Fernwärmenetzes, Flusswasserwärmepumpen sowie Wärme- und Batteriespeicher. Zugleich sollen die Energiedienstleistungen ausgebaut werden.
Deutlich schwieriger bleibt die Lage im Verkehrsbereich. Das Deutschlandticket prägt inzwischen die Einnahmestruktur und sorgt nach Angaben der Stadtwerke ohne staatliche Ausgleichszahlungen für Erlöse, die unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie liegen würden. Gleichzeitig sind Personal- und Finanzierungskosten deutlich gestiegen. Entlastung brachten 2025 niedrigere Strom- und Dieselkosten als ursprünglich erwartet.
Positiv bewertet SWB Bus und Bahn die Inbetriebnahme der neuen Skoda-Straßenbahnen im Linienbetrieb. Wirtschaftlich schloss die Mobilitätssparte dennoch mit einem Minus von 78,7 Millionen Euro ab und damit leicht besser als geplant. Die Begrenzung der Verluste bleibt nach Angaben der Geschäftsführung eine zentrale Aufgabe für die kommenden Jahre. Zugleich müssen Investitionen in Fahrzeuge und Infrastruktur finanziert werden.
In der Entsorgung belasteten unter anderem ein Brand im Müllbunker und Störstoffe im Abfall die Anlagenverfügbarkeit und damit die Erlöse aus der Dampfproduktion. Die Sparte erreichte dennoch ein leicht besseres Jahresergebnis von 1,5 Millionen Euro. Zusätzlich beschäftigen die Folgen einer Verpuffung im Februar 2026 das Unternehmen weiterhin.
Auf Ebene der SWB-Holding führten höhere Steuern und Personalkosten zu Belastungen. Dem standen positive Erträge aus Beteiligungen, unter anderem an der Trianel GmbH, gegenüber. Das Ergebnis der Holding lag bei 4,9 Millionen Euro.
Für die kommenden Jahre kündigen die Stadtwerke Investitionen in Energie-, Wärme- und Verkehrsinfrastruktur an. Damit sollen sowohl die Wärmewende als auch die Modernisierung des öffentlichen Verkehrs weiter vorangetrieben werden. Trotz des hohen Finanzierungsdrucks im Mobilitätsbereich sieht sich der Konzern solide aufgestellt.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de