Die erixx GmbH wird ab Dezember 2028 die neue Regionalbahnverbindung zwischen Lüneburg und Soltau betreiben. Das Unternehmen setzte sich in einem europaweiten Vergabeverfahren gegen zwei weitere Bewerber durch. Der Verkehrsvertrag läuft zunächst bis Dezember 2033 und kann um bis zu zwei Jahre verlängert werden. Die Verbindung trägt derzeit den Arbeitstitel „Salzexpress“ und soll täglich mit 13 bis 18 Zügen in beiden Richtungen bedient werden.
Zwischen Lüneburg und Soltau sind Halte in Lüneburg Universität, Rettmer, Melbeck-Embsen, Amelinghausen, Soderstorf und Bispingen vorgesehen. Die Fahrzeit soll rund 50 Minuten betragen. Nach Angaben der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) werden auf der Strecke rund 3.000 Fahrgastfahrten pro Tag erwartet. Inwieweit die Prognosen übertroffen werden, bleibt abzuwarten. Insgesamt sind jährlich etwa 690.000 Zugkilometer vorgesehen.
Zum Start muss erixx die Fahrzeuge selbst bereitstellen und auch deren vollständige Instandhaltung übernehmen. Da die Strecke bislang nicht elektrifiziert ist, kommen zunächst Dieseltriebzüge zum Einsatz. Die Infrastruktur gehört der Schieneninfrastruktur Ost-Niedersachsen GmbH (SInON). Auf der Strecke verkehren heute bereits Güter- und Museumszüge.
Ab 2033 plant die LNVG einen Systemwechsel. Dann sollen auf der Verbindung neue Akku-Züge eingesetzt werden. Dafür wird die heutige RB 39 mit den Linien RB 37 Bremen–Soltau–Uelzen und RB 38 Hannover–Soltau–Hamburg-Harburg zum sogenannten Heidekreuz gebündelt.
In Soltau ist dafür unter anderem eine Oberleitungsinsel vorgesehen, an der die Fahrzeuge während der Wendezeit ihre Batterien nachladen können. Die elektrisch angetriebenen Züge sollen leiser und spurtstärker als die zunächst eingesetzten Dieselzüge sein.
Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) bezeichnet die Verbindung als Vorreiter der landesweiten Reaktivierungsoffensive. An der Vorbereitung sind neben der LNVG und SInON auch die betroffenen Kommunen und weitere Akteure beteiligt.
Die Vergabe an erixx folgt den gesetzlichen Vorgaben für den Schienenpersonennahverkehr. Betreiberverträge müssen europaweit ausgeschrieben werden. Bewerber müssen unter anderem nachweisen, dass sie vergleichbare Netze bereits betrieben haben und über die notwendige fachliche und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit verfügen. Den Zuschlag erhält das Unternehmen mit dem besten Verhältnis aus Preis, geforderten Standards und angebotenen Zusatzqualitäten.
Mit dem Betriebsstart 2028 erhält die Strecke damit wieder ein regelmäßiges Angebot im Schienenpersonennahverkehr. Die zunächst auf fünf Jahre angelegte Vergabe dient zugleich als Übergang bis zur geplanten Einbindung in das größere Heidekreuz-Netz und dem vorgesehenen Wechsel auf Akku-Fahrzeuge ab 2033. Für die Region ist das ein weiterer Schritt bei der Reaktivierung einer bislang nicht im SPNV genutzten Eisenbahnstrecke.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de