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Ausbau am Kölner Hauptbahnhof geplant

Der Ausbau des Eisenbahnknotens Köln kommt bei einem zentralen S-Bahn-Projekt voran. Für zwei von vier Planfeststellungsabschnitten des Ausbaus der S 11 zwischen Köln und Bergisch Gladbach liegt inzwischen Baurecht vor. Das Eisenbahn-Bundesamt hat die Beschlüsse für den Abschnitt am Kölner Hauptbahnhof sowie am Bahnhof Bergisch Gladbach erlassen. Damit kann DB InfraGO die nächsten Schritte für die Bauvorbereitung einleiten.

Die Genehmigung für das Gesamtvorhaben ist damit allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen. In den kommenden Monaten sollen vorbereitende Arbeiten ausgeschrieben werden. Dazu gehören unter anderem die Sicherung und Verlegung von Kabeln und Leitungen sowie umwelttechnische Maßnahmen. Parallel müssen Sperrpausen beantragt und koordiniert werden, da ein Teil der Arbeiten nicht bei laufendem Zugverkehr möglich ist.

Besonders weitreichend ist der geplante Umbau am Kölner Hauptbahnhof. Am Breslauer Platz sollen zwei zusätzliche S-Bahngleise und ein neuer Mittelbahnsteig entstehen. Künftig sollen die Züge in Richtung Hansaring ausschließlich am neuen Bahnsteig an den Gleisen 12 und 13 halten. Der bestehende Bahnsteig an den Gleisen 10 und 11 soll den S-Bahnen in Richtung Messe/Deutz vorbehalten bleiben.

Dadurch können in beiden Fahrtrichtungen jeweils zwei S-Bahnen gleichzeitig am Hauptbahnhof halten. Damit soll ein Engpass auf der Kölner S-Bahn-Stammstrecke entschärft werden. Heute führen die begrenzten Bahnsteig- und Gleiskapazitäten immer wieder dazu, dass Züge vor dem Hauptbahnhof oder auf der Hohenzollernbrücke warten müssen.

Der neue Bahnsteig wird 215 Meter lang und 96 Zentimeter hoch. Aufzüge und Rolltreppen sollen einen barrierefreien Zugang ermöglichen.

Mit dem Umbau verändert sich auch die Nordseite des Hauptbahnhofs. Die Fassade am Breslauer Platz soll neu gestaltet werden. Vorgesehen ist eine offene Gestaltung mit einem Arkadengang als Wetterschutz. Der Entwurf stammt von J.MAYER.H und Partner. Die Gestaltung soll Elemente des benachbarten Zugangs zur Stadtbahnhaltestelle aufnehmen.

Der zweite nun planfestgestellte Abschnitt liegt in Bergisch Gladbach. Zwischen dem Bahnhof und dem Bahnübergang Tannenbergstraße soll die Strecke zweigleisig ausgebaut werden. Der Bahnhof erhält einen zusätzlichen Mittel- und einen neuen Außenbahnsteig. Sämtliche Bahnsteige sollen barrierefrei erreichbar sein. Der Bahnübergang Tannenbergstraße soll entfallen und durch eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer ersetzt werden.

Der Ausbau ist Voraussetzung für ein deutlich dichteres S-Bahn-Angebot zwischen Köln und Bergisch Gladbach. Heute fährt die S 11 dort grundsätzlich im 20-Minuten-Takt. Nach Abschluss der Arbeiten ist zunächst ein Zehn-Minuten-Takt vorgesehen. In der Hauptverkehrszeit soll das Angebot perspektivisch annähernd auf einen Fünf-Minuten-Takt verdichtet werden.

Dafür reicht der heutige Infrastrukturzustand nicht aus. Insbesondere zwischen Dellbrück und Bergisch Gladbach ist ein zweites Gleis erforderlich. Außerdem sollen die Stationen zwischen Köln-Holweide und Bergisch Gladbach barrierefrei ausgebaut oder neu errichtet werden.

Der S-11-Ausbau ist damit mehr als ein einzelnes Streckenprojekt. Er ist Bestandteil des umfassenden Ausbaus des Knotens Köln, in dem sich Fern-, Regional-, S-Bahn- und Güterverkehr auf engem Raum überlagern. Zusätzliche Kapazität an einem einzelnen Bahnhof reicht deshalb nicht aus, wenn die anschließenden Strecken und Knotenpunkte nicht entsprechend leistungsfähig sind.

Die beiden Planfeststellungsbeschlüsse schaffen nun Baurecht für wichtige Eckpunkte, zwei weitere Abschnitte stehen jedoch noch aus.

Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) sieht in den Beschlüssen einen wichtigen Schritt für das Gesamtprojekt. Bund und Land finanzieren den Infrastrukturausbau gemeinsam. Auch der Aufgabenträger go.Rheinland verweist auf die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Bahn, Kommunen, Politik und weiteren Beteiligten.

Der nun erreichte Planungsstand zeigt zugleich, wie langfristig der Ausbau eines hochbelasteten Eisenbahnknotens angelegt ist. Zwischen Planfeststellung, Ausschreibung, notwendigen Sperrpausen und eigentlichem Bau liegen weitere Schritte. Für die angestrebten dichteren S-Bahn-Takte ist deshalb nicht allein das Baurecht in Köln und Bergisch Gladbach entscheidend, sondern es braucht eine Gesamtertüchtigung der Schienenverbindung.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de