Der Zustand des bayerischen Schienennetzes sorgt für immer größere Einschränkungen im Regionalverkehr. Nach Angaben des Freistaats ist die Zahl der Langsamfahrstellen innerhalb eines halben Jahres von rund 100 auf etwa 120 gestiegen. Auf inzwischen 45 Linien kann deshalb nicht mehr nach dem regulären Fahrplan gefahren werden.
Betroffen sind unter anderem Verbindungen rund um München und Augsburg. Je nach Strecke gelten Notfahrpläne, Schienenersatzverkehre, reduzierte Zugangebote oder längere Fahrzeiten. Teilweise entfallen Halte, andernorts führen nicht in den Fahrplan eingearbeitete Langsamfahrstellen zu dauerhaften Verspätungen.
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) hat sich deshalb in einem Schreiben direkt an DB-Infrastrukturvorstand Philipp Nagl gewandt. „Die Lage ist besorgniserregend und eine Zumutung für Fahrgäste und Eisenbahnverkehrsunternehmen im Bahnland Bayern“, erklärte Bernreiter. Er fordert einen nachvollziehbaren Masterplan, mit dem die Langsamfahrstellen zügig und dauerhaft reduziert werden.
Kritik übt der Minister auch an den Kosten. Bayern zahle im Nahverkehr jährlich mehr als 900 Millionen Euro Trassenentgelte und sei damit ein besonders großer Finanzierer der Infrastruktur. Gleichzeitig steige die Zahl der Einschränkungen. Minister Christian Bernreiter warnt zudem davor, die Sanierung der Hochleistungskorridore zulasten der Strecken in der Fläche zu betreiben.
Stefan Hennigfeld
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Quelle: Zughalt.de