Für die geplante Verlängerung von 18 Straßenbahnen des Typs Avenio M erhält die SWU Verkehr GmbH Fördermittel für zwei zentrale Infrastrukturprojekte. Baden-Württembergs Verkehrsministerin Nicole Razavi (CDU) übergab die Förderzusagen Ende August bei einem Besuch in Ulm. Die SWU Verkehr hatte die Verlängerung der Fahrzeuge bereits 2024 beauftragt.
Die heute rund 31,5 Meter langen Straßenbahnen werden um zwei Fahrzeugteile ergänzt und künftig etwa 43 Meter lang sein. Damit steigt die Kapazität je Fahrzeug von rund 191 auf 256 Fahrgäste. Die ersten verlängerten Bahnen sollen Anfang 2027 eintreffen, weitere Fahrzeuge folgen bis Mitte 2028.
Damit die längeren Züge eingesetzt, abgestellt und gewartet werden können, muss der Betriebshof angepasst werden. Vorgesehen sind unter anderem Umbauten an Werkstatt- und Abstellbereichen, Gleisanlagen, Arbeitsständen und der Waschanlage. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 34,4 Millionen Euro. Das Land stellt dafür nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz rund 17,7 Millionen Euro bereit.
Razavi sagte: „Der Umbau des Betriebshofs für längere Straßenbahnfahrzeuge in Ulm ist ein wichtiger Schritt, um den ÖPNV in der Stadt zu stärken.“ Mit der Verlängerung der Fahrzeuge würden die Kapazitäten deutlich erhöht.
Auch im Netz selbst sind Anpassungen erforderlich. Ein Großteil der Haltestellen ist bereits für längere Fahrzeuge ausgelegt. Größere Umbauten werden jedoch am Ehinger Tor und am Donaustadion notwendig. Dort sollen zugleich bestehende Defizite bei der Barrierefreiheit beseitigt werden. Für diese Maßnahmen sind rund 22 Millionen Euro vorgesehen. Bund und Land fördern sie mit zusammen rund 14,1 Millionen Euro, davon entfallen 10,6 Millionen Euro auf den Bund und 3,5 Millionen Euro auf das Land.
Insgesamt investiert die SWU Verkehr rund 55,6 Millionen Euro in die Voraussetzungen für den Einsatz der verlängerten Straßenbahnen. Die Zuschüsse summieren sich auf etwa 31,8 Millionen Euro. Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher (SPD) betonte, mit den längeren Fahrzeugen würden zusätzliche Kapazitäten auf dem bestehenden Netz geschaffen. Zugleich werde die Barrierefreiheit verbessert.
Neu-Ulms Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger (CSU) verwies auf den gemeinsamen Verkehrsraum beider Städte und die Bedeutung eines leistungsfähigen Straßenbahnsystems über die Stadt- und Landesgrenze hinweg. SWU-Verkehr-Geschäftsführer Ralf Gummersbach erklärte: „Mit den längeren Straßenbahnen schaffen wir deutlich mehr Platz für unsere Fahrgäste, ohne dafür die Zahl der Fahrten entsprechend erhöhen zu müssen.“ Dafür müsse zugleich die Infrastruktur im Betriebshof angepasst werden.
Die Straßenbahn ist das Rückgrat des Ulmer Stadtverkehrs. Rund die Hälfte der Fahrgäste im SWU-Netz nutzt die beiden Straßenbahnlinien. Mit den verlängerten Fahrzeugen reagiert man auf die Auslastung und schafft zusätzliche Kapazitäten im bestehenden Fahrplan.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de