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Gera nimmt TINA-Bahnen in Betrieb

Die Verkehrs- und Betriebsgesellschaft Gera mbH hat die neuen TINA-Straßenbahnen offiziell in Betrieb genommen. Damit erreicht ein seit 2018 vorbereitetes Beschaffungsprojekt seinen nächsten Meilenstein. Insgesamt investiert die GVB gemeinsam mit Fördermittelgebern und Finanzierungspartnern rund 49 Millionen Euro in die neue Fahrzeuggeneration.

Die neuen Bahnen sollen in den kommenden Jahrzehnten einen wesentlichen Teil des Geraer Straßenbahnverkehrs übernehmen und zugleich zusätzliche Kapazitäten sowie mehr Barrierefreiheit schaffen. Der Freistaat Thüringen unterstützt die Beschaffung von neun Fahrzeugen mit knapp 25 Millionen Euro. „Heute sehen wir das Ergebnis eines Projektes, das uns seit 2018 begleitet“, erklärt GVB-Geschäftsführer Thorsten Rühle. Hinter der Inbetriebnahme lägen viele Jahre Vorbereitung und rund 15.000 Projektstunden allein bei der GVB. Das entspricht nach Unternehmensangaben nahezu neun Arbeitsjahren einer Vollzeitkraft; hinzu kamen Leistungen externer Planer und Dienstleister.

Begonnen hatte das Vorhaben 2018 mit einer Markterkundung. Ziel war eine Fahrzeuggeneration, die zu den technischen Anforderungen des Geraer Netzes passt und zugleich den Komfort für die Fahrgäste verbessert. Nach mehreren Jahren Vorbereitung schrieb die GVB die Fahrzeuge im Februar 2023 europaweit aus. Im November desselben Jahres erhielt Stadler den Zuschlag.

Rund zwei Jahre und vier Monate später erreichte die erste TINA Gera. Das Fahrzeug kam am 5. März 2026 auf dem Schienenweg am Bahnhof Gera-Zwötzen an und wurde anschließend über das Straßenbahnnetz auf den Betriebshof überführt. Die Überführung aus der Schweiz war bereits von zahlreichen Straßenbahnfreunden begleitet worden.

Thüringens Infrastrukturminister Steffen Schütz (BSW) bezeichnet die neue Fahrzeuggeneration als wichtigen Schritt für den Nahverkehr. „Mit der ersten TINA-Straßenbahn schreiben wir dieses Kapitel nun fort und machen den ÖPNV fit für die Zukunft.“ Das Land bekenne sich mit seiner Förderung zu einer modernen und nachhaltigen Mobilität.

Die Straßenbahn hat in Gera eine lange Tradition. Seit 1892 gehört sie zum Stadtverkehr und prägt bis heute das Verkehrsangebot. Mit den neuen Fahrzeugen verbindet die GVB deshalb nicht nur einen technischen Generationenwechsel, sondern auch die Grundlage für die weitere Entwicklung des Netzes. Für Stadler ist Gera zugleich ein weiterer Einsatzort der TINA-Plattform in Deutschland. Die Fahrzeuge werden an die örtlichen Anforderungen angepasst und sollen insbesondere einen weitgehend barrierefreien Fahrgastwechsel sowie einen moderneren Innenraum ermöglichen.

Mit der offiziellen Inbetriebnahme endet die Projektarbeit allerdings nicht. Die neue Flotte muss nun schrittweise in den regulären Betrieb integriert werden. Entscheidend wird sein, dass sich die Fahrzeuge im täglichen Einsatz bewähren und die erwarteten Verbesserungen bei Kapazität, Komfort und Verfügbarkeit tatsächlich erreichen.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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58453 Witten
Quelle: Zughalt.de