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Elektrifizierung der S 28 verschoben

Der Start des elektrischen Betriebs auf der S 28 rund um Düsseldorf wird um ein halbes Jahr verschoben. Statt wie bislang vorgesehen zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 soll die elektrifizierte Strecke nun erst am 13. Juni 2027 in Betrieb gehen. Ab diesem Zeitpunkt sollen Elektrotriebzüge vom Typ FLIRT 3XL des Herstellers Stadler den Betrieb auf der Linie übernehmen.

Als Grund für die Verschiebung nennt die Regiobahn mehrere unvorhergesehene Behinderungen im Bauablauf. In den Bereichen Neandertal und Wuppertal-Dornap erschwerten besonders harte Gesteinsschichten die Herstellung der Fundamente für die Oberleitungsmasten. Dadurch wurden zusätzliche Arbeiten notwendig. Hinzu kommt die Abstimmung mit Baumaßnahmen der DB InfraGO. Anschlussarbeiten an das bestehende Netz können nur in Sperrpausen durchgeführt werden und müssen deshalb eng mit den Arbeiten der Regiobahn koordiniert werden.

Die größten Herausforderungen liegen derzeit an den Schnittstellen zum DB-Netz in Wuppertal, Düsseldorf-Gerresheim und Neuss. Dort fehlen noch Lückenschlüsse für die Stromversorgung. Für die erforderlichen Arbeiten ist die Regiobahn auf genehmigte Sperrpausen angewiesen. Erst wenn Speiseleitungen, Rückleiter und Tragseile vollständig installiert sind, kann die gesamte Anlage in Betrieb genommen werden.

„Die Elektrifizierung der S 28 ist das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte der Regiobahn“, erklärt Geschäftsführer Stefan Stach. Die Arbeiten seien trotz der Schwierigkeiten weit fortgeschritten. Nun gehe es vor allem darum, die verbleibenden Maßnahmen an den Schnittstellen abzuschließen und die Voraussetzungen für den elektrischen Betrieb im Juni 2027 zu schaffen.

Bis dahin soll der reguläre Verkehr zwischen Kaarster See und Wuppertal Hauptbahnhof weitgehend aufrechterhalten werden. Nacharbeiten im Zusammenhang mit der Elektrifizierung sollen möglichst in betrieblichen Randlagen stattfinden. Geschäftsführer Götz Nink kündigt an, dass es bis zur Umstellung nur wenige punktuelle baustellenbedingte Einschränkungen geben soll.

Die bereits für die S 28 beschafften FLIRT-3XL-Fahrzeuge können wegen der Verschiebung zunächst nicht auf ihrer vorgesehenen Strecke eingesetzt werden. Sie werden übergangsweise einem Partner-Eisenbahnverkehrsunternehmen innerhalb des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr zur Verfügung gestellt. Gerade die noch ausstehenden Arbeiten an den Übergängen zur Infrastruktur der DB InfraGO bestimmen nun den weiteren Zeitplan. Änderungen bei den dort verfügbaren Sperrpausen können sich unmittelbar auf die Koordination der einzelnen Bauabschnitte auswirken.

Die Regiobahn will in den kommenden Monaten regelmäßig über den Projektfortschritt informieren. Beim Tag der Schiene am 19. September sind mehrere Sonderfahrten vorgesehen. Dabei sollen Interessierte Einblicke in den Stand der Elektrifizierung sowie in technische und betriebliche Hintergründe des Projekts erhalten.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de