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Frankfurt baut Elektrobusflotte aus

In Frankfurt am Main wird die Busflotte mit alternativen Antrieben weiter ausgebaut. Bis Ende 2026 soll mehr als ein Viertel der rund 435 Linienbusse batterieelektrisch oder mit Wasserstoff unterwegs sein. Von diesen Fahrzeugen entfallen nach Angaben der städtischen Nahverkehrsgesellschaft traffiQ etwas mehr als zwei Drittel auf Batteriebusse und rund ein Drittel auf Wasserstoffbusse. Damit gehört Frankfurt nach Einschätzung des Unternehmens zu den größeren Elektrobusstandorten in Deutschland.

Die Zahlen stammen aus dem ersten Nachhaltigkeitsbericht von traffiQ. Darin legt die Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2025 erstmals systematisch dar, wie sie ihre Aufgaben in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung wahrnimmt. Ein Schwerpunkt ist die Umstellung der Busflotte. Bis 2033 sollen sämtliche Fahrzeuge mit alternativen Antrieben unterwegs sein. „Für uns ist Nachhaltigkeit kein Zusatz zum eigentlichen Auftrag, sondern ein wesentlicher Teil davon“, erklärt traffiQ-Geschäftsführer Tom Reinhold.

Die Elektrifizierung konzentriert sich derzeit vor allem auf die Innenstadt, um dort Abgas- und Lärmemissionen zu reduzieren. Für den weiteren Ausbau sei vor allem zusätzliche Ladeinfrastruktur entscheidend.

Der Bericht enthält erstmals auch eine vollständige Treibhausgasbilanz nach dem Greenhouse-Gas-Protokoll. Demnach entfallen etwas mehr als 20.500 Tonnen CO₂ und damit rund 99 Prozent der von traffiQ verursachten Emissionen auf indirekte Quellen. Rund 96 Prozent davon entstehen beim Betrieb der Busse durch die von traffiQ beauftragten Verkehrsunternehmen.

U-Bahnen und Straßenbahnen fahren bereits mit Ökostrom und damit lokal emissionsfrei. Am eigenen Standort in der Stiftstraße verursachte traffiQ 2025 nach eigenen Angaben 170,5 Tonnen CO₂. Die Bilanz soll als Grundlage für einen verbindlichen Klimaschutzpfad dienen, der ab 2027 umgesetzt werden soll. Dieser orientiert sich am Ziel der Stadt Frankfurt, bis 2035 klimaneutral zu werden.

Neben der Flottenumstellung nennt traffiQ weitere Maßnahmen zur vernetzten Mobilität. Über eine von der Gesellschaft initiierte betriebliche Mitfahrplattform wurden 2025 rund 21.500 Mitfahrten vermittelt. Nach Berechnungen von traffiQ wurden dadurch etwa 95 Tonnen CO₂ eingespart. Zu den beteiligten Unternehmen gehören unter anderem Fraport und das Siemens-Schaltanlagenwerk Frankfurt.

Zudem wächst das Netz der Frankfurter Mobilitätsstationen. Inzwischen gibt es mehr als 250 Abstellmöglichkeiten für E-Scooter. Sie sollen die Verknüpfung unterschiedlicher Verkehrsmittel verbessern und zusätzliche Alternativen zum Auto schaffen.

Auch soziale Vorgaben sind Bestandteil des Berichts. Über öffentliche Dienstleistungsaufträge und Verträge mit Busunternehmen verankert traffiQ Mindeststandards zu Löhnen, Diskriminierungsschutz und fairen Beschäftigungsbedingungen. Damit soll die Nachhaltigkeitsstrategie nicht nur ökologische, sondern auch soziale Kriterien im Frankfurter Nahverkehr abdecken.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de