Der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) hat im ersten Halbjahr mehr Fahrten gezählt. Von Januar bis Juni wurden rund 183,1 Millionen Fahrten mit Bus und Bahn unternommen. Das waren 2,1 Millionen beziehungsweise 1,18 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Besonders die allgemeinen Zeitkarten legten mit einem Plus von 1,98 Prozent zu. Im Ausbildungsverkehr stieg die Zahl der Fahrten um 0,55 Prozent, während der Gelegenheitsverkehr um 1,78 Prozent zurückging.
Auch die Zahl der Abonnements blieb hoch. Ende Juni zählte der VVS insgesamt 611.831 Abos und damit rund 9.000 beziehungsweise 1,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Darunter waren rund 286.000 klassische Deutschland-Tickets, 198.000 Abonnements von Schülern und Auszubildenden sowie mehr als 124.000 Firmen-Abos. Zum Jahreswechsel war die Zahl der Abonnenten zunächst um 4,9 Prozent zurückgegangen. Der VVS führt das unter anderem auf die Preiserhöhung des Deutschland-Tickets von 58 auf 63 Euro zurück. Bis Juni stiegen die Abo-Zahlen anschließend von Monat zu Monat wieder an, erreichten aber noch nicht das Niveau vom Dezember 2025.
Nach Einschätzung des Verbunds bleibt das Deutschland-Ticket dennoch eine zentrale Säule im ÖPNV. „Dass wieder mehr Menschen mit Bus und Bahn unterwegs sind, ist ein gutes Signal – trotz der vielen Baustellen und der damit verbundenen Einschränkungen im ersten Halbjahr“, erklärt VVS-Geschäftsführerin Cornelia Christian. Geschäftsführer Jan Neidhardt verweist zugleich auf die angespannte Haushaltslage und die Herausforderung, dauerhaft ein attraktives Angebot zu finanzieren.
Seit dem 1. September gelten im VVS neue Tarife. Die Preise wurden wegen gestiegener Kosten der Verkehrsunternehmen im Durchschnitt um 5,95 Prozent angehoben. Rund 85 Prozent aller Fahrten im Verbund werden allerdings mit dem Deutschland-Ticket zurückgelegt und sind deshalb von dieser Anpassung nicht betroffen.
Gleichzeitig hat der VVS das TagesTicket für Familien erweitert. Käufer eines EinzelTagesTickets oder StadtTickets können nun bis zu drei Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren kostenlos mitnehmen. Der Preis eines TagesTickets entspricht weiterhin dem Preis von zwei EinzelTickets. Auch beim rein digitalen 10er-TagesTicket gilt die neue Mitnahmeregelung; dieses Angebot ist nach Angaben des VVS mehr als 20 Prozent günstiger.
Daneben setzt der Verbund auf digitale Vertriebslösungen. Mit Check-in/Check-out Baden-Württemberg, kurz CiCoBW, können Fahrgäste ohne vorherige Tarifkenntnisse per App ein- und auschecken. Der Fahrpreis wird nach der Fahrt automatisch ermittelt. Im Rahmen einer Aktion der Stuttgarter Straßenbahnen ist der monatliche Betrag dabei noch bis zum 31. Oktober auf 63 Euro begrenzt. Sind diese Kosten erreicht, bleiben weitere Fahrten im jeweiligen Monat ohne zusätzlichen Preis. CiCoBW ist direkt über die Startseite und die Fahrplanauskunft der VVS-App sowie über den Ticketshop erreichbar.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de