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DSW21 stellt auf bargeldlos um

Die Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21) stellt den Ticketverkauf schrittweise auf bargeldlose Zahlung um. Den Auftakt bildet ein mehrwöchiger Test mit zwölf Bussen. Dort können Fahrgäste Einzel-, Fahrrad- und Westfalentarif-Tickets mit Giro- oder Kreditkarte sowie per Smartphone und Smartwatch bezahlen. Während der Testphase bleibt die Barzahlung beim Fahrpersonal weiterhin möglich.

Die zwölf Busse sind auf unterschiedlichen Linien im gesamten Stadtgebiet unterwegs und entsprechend gekennzeichnet. Verläuft der Test erfolgreich, will DSW21 anschließend weitere Fahrzeuge ausrüsten. Im Laufe des Jahres sollen alle 190 eigenen Busse sowie die Fahrzeuge der beauftragten Unternehmen für bargeldloses Bezahlen vorbereitet werden. Anfang 2027 soll der Ticketverkauf beim Fahrpersonal dann enden.

Die Umstellung ist Teil einer verbundweiten Entwicklung im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). Bis Anfang 2027 soll der Ticketkauf in Bussen und Bahnen im Verbund nahezu vollständig bargeldlos möglich sein. Parallel erneuert DSW21 die Automaten in den Stadtbahnen. In allen 47 Niederflurfahrzeugen der Linien U43 und U44 werden die bisherigen Geräte ersetzt. Die erste Bahn ist bereits umgerüstet. An den neuen Automaten ist nur noch bargeldlose Zahlung möglich.

Ganz verschwinden soll Bargeld zunächst aber nicht. Bis etwa 2028 bleibt die Barzahlung an rund 40 stationären Automaten möglich. Außerdem können Tickets weiterhin in den DSW21-KundenCentern und bei rund 40 externen Vertriebsstellen bar gekauft werden. Für die Modernisierung der Automaten investiert DSW21 nach eigenen Angaben mehrere Millionen Euro.

Von der Umstellung verspricht sich das Unternehmen auch betriebliche Vorteile. Wenn der Fahrscheinverkauf beim Fahrpersonal entfällt, sollen sich die Fahrer stärker auf den Betrieb konzentrieren können. Gleichzeitig könnten sich die Aufenthaltszeiten an Haltestellen verkürzen und dadurch die Pünktlichkeit verbessern. Für Auskünfte zu Tickets und Tarifen bleibt das Fahrpersonal weiterhin ansprechbar.

Nach Angaben von DSW21 sind mehr als 90 Prozent der Fahrgäste Stammkunden mit Abonnement, vor allem mit Deutschlandticket. Zudem gewinnt der elektronische Tarif eezy.nrw an Bedeutung. Damit nutzt bereits heute die große Mehrheit digitale oder bargeldlose Angebote. Für Fahrgäste ohne Giro- oder Kreditkarte ist eine Prepaidlösung vorgesehen. Ab Januar 2027 soll im KundenCenter Petrikirche eine Guthabenkarte angeboten werden. Damit will DSW21 auch Menschen ohne eigenes Konto den bargeldlosen Vertrieb ermöglichen.

Parallel steht das Unternehmen im Austausch mit dem behindertenpolitischen Netzwerk und dem Seniorenbeirat und plant zusätzliche Unterstützungs- und Schulungsangebote. Die Umstellung erfolgt damit in mehreren Schritten: zunächst über den Bus-Testbetrieb und neue Stadtbahnautomaten, anschließend über die vollständige Ausstattung der Fahrzeuge und schließlich über den Wegfall des Ticketverkaufs beim Fahrpersonal.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de