Die Freiburger Verkehrs AG baut ihren Betriebshof auf der Haid zu einem großen Standort für eigene Solarstromerzeugung aus. Bis 2031 sollen in vier Ausbaustufen alle geeigneten Dächer mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Zusätzliche Flächen müssen dafür nicht versiegelt werden. Die Anlagen sollen zusammen eine Leistung von 3.700 Kilowatt-Peak erreichen und rechnerisch rund die Hälfte des Strombedarfs der Elektrobusse decken.
In der ersten Projektstufe werden eine der drei Straßenbahnabstellhallen und das neue Verwaltungsgebäude mit Solarmodulen ausgestattet. Ein neues Technikgebäude bündelt den erzeugten Strom. Über Trafostationen kann er je nach Bedarf direkt auf dem Betriebshof genutzt oder in das öffentliche Netz eingespeist werden. Die Arbeiten für diesen Abschnitt laufen seit Februar, der Netzanschluss ist für November 2026 vorgesehen.
Insgesamt rechnet die VAG für das Projekt mit Kosten von rund 6,3 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg fördert die Eigenerzeugung erneuerbarer Energie mit 4,1 Millionen Euro. Weitere 1,3 Millionen Euro steuert die Stadt Freiburg aus ihrem Zukunftsfonds Klimaschutz bei.
Zusätzlich ist ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 1.000 Kilowattstunden geplant. Er soll Solarstrom zwischenspeichern und helfen, Schwankungen bei Erzeugung und Verbrauch auszugleichen. Zugleich kann die VAG damit flexibler auf unterschiedliche Strompreise reagieren.
Der zusätzliche Eigenstrom gewinnt für das Verkehrsunternehmen auch deshalb an Bedeutung, weil der Energiebedarf in den kommenden Jahren steigen wird. Neben der weiteren Umstellung der Busflotte auf Elektroantrieb nennt die VAG neue Stadtbahnstrecken wie die Verbindung nach Dietenbach als Ursache.
Der auf dem Betriebshof erzeugte Solarstrom soll vor allem dort eingesetzt werden, wo die Elektrobusse geladen werden. Die VAG bezieht nach eigenen Angaben bereits vollständig Ökostrom. Mit mehr eigener Erzeugung will das Unternehmen jedoch den Anteil regional erzeugter Energie erhöhen, die Abhängigkeit vom Energiemarkt verringern und langfristig Stromkosten stabilisieren.
Die Module werden überwiegend in Ost-West-Richtung angeordnet. Dadurch soll die Stromproduktion stärker über den Tagesverlauf verteilt werden als bei einer klassischen Südausrichtung. Insbesondere am Nachmittag und Abend kann so noch Solarstrom erzeugt werden, wenn viele Fahrzeuge auf den Betriebshof zurückkehren.
Ein Teil der geeigneten Dächer ist derzeit noch an andere Betreiber von Photovoltaikanlagen verpachtet. Diese Verträge laufen innerhalb der kommenden fünf Jahre aus. Anschließend sollen die bisherigen Module zurückgebaut und durch neue Anlagen der VAG ersetzt werden.
Die neuen Solarmodule werden bei einem deutschen Unternehmen bestellt. Bei der Ausschreibung wurden nach Angaben der VAG auch soziale und nachhaltige Kriterien berücksichtigt. Bis 2031 soll so auf vorhandenen Dachflächen eine der größten Photovoltaikanlagen Freiburgs entstehen.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de