Bund und Land fördern die weitere Grunderneuerung des Frankfurter Straßen- und Stadtbahnnetzes mit zusätzlichen 20,55 Millionen Euro. Rund 13 Millionen Euro kommen vom Bund, etwa sieben Millionen Euro vom Land Hessen. Die Gesamtausgaben der aktuell geförderten Maßnahmen liegen bei rund 35 Millionen Euro. Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Kaweh Mansoori (SPD) übergab den entsprechenden Förderbescheid an die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF).
„Guter Nahverkehr muss im Alltag vor allem eines: zuverlässig funktionieren“, erklärt Mansoori. Dafür brauche es neben modernen Fahrzeugen und guten Verbindungen vor allem eine belastbare Infrastruktur. Die Förderung fließt in die grundhafte Erneuerung des rund 67 Kilometer langen Frankfurter Stadtbahnnetzes. Dabei geht es nicht nur um laufende Instandhaltung, sondern um die technische Erneuerung bestehender Anlagen.
Bis 2029 sollen insgesamt rund 100 Netzpunkte überarbeitet werden. Dazu gehören Speisepunkte, Gleichrichterwerke, Gleise, Weichen und Brandmeldeanlagen. Die nun geförderten Maßnahmen sollen ebenfalls bis Ende 2029 abgeschlossen sein.
Frankfurts Mobilitätsdezernent Yannick Schwander (CDU) verweist auf die Bedeutung kontinuierlicher Instandhaltung für einen verlässlichen Betrieb. Die Infrastruktur von U-Bahn und Straßenbahn müsse dauerhaft modern, belastbar und leistungsfähig gehalten werden.
Auch der VGF-Geschäftsführer Thomas Raasch nennt neben Gleisen und Weichen insbesondere Oberleitungen, Stationsbeleuchtung und Brandmeldeanlagen als Beispiele für Infrastruktur, die altert und verschleißt, aber jederzeit funktionieren müsse. Die Förderung von Bund und Land sei deshalb für die langfristige Sicherung des Betriebs von großer Bedeutung.
Seit 2020 unterstützen Bund und Land die Grunderneuerung der Stadtbahnnetze in Frankfurt, Darmstadt und Kassel. Grundlage sind unter anderem Mittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Einschließlich der aktuellen Bewilligung wurden bislang rund 161 Millionen Euro für die drei Netze bereitgestellt. Auf Frankfurt entfallen davon etwa 91 Millionen Euro.
Möglich wurde die Bundesförderung durch eine Änderung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes. Seit 2019 können darüber nicht nur Neu- und Ausbauprojekte, sondern auch grundhafte Erneuerungen kommunaler Schieneninfrastruktur gefördert werden. Die Regelung ist derzeit bis 2030 befristet. Voraussetzung für Bundesmittel ist eine anteilige Finanzierung durch das Land Hessen.
Damit richtet sich ein erheblicher Teil der Förderung auf Anlagen, die Fahrgäste im Alltag kaum wahrnehmen. Für einen stabilen Betrieb sind gerade diese technischen Komponenten jedoch entscheidend, weil Ausfälle unmittelbar zu Störungen im Netz führen können. Für die VGF ist die Förderung Teil eines mehrjährigen Erneuerungsprogramms. Ziel ist, verschlissene Anlagen rechtzeitig zu ersetzen und die Verfügbarkeit des Netzes langfristig zu sichern.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de