Mit dem 100. batterieelektrischen Bus erreicht die ASEAG einen weiteren Schritt bei der Umstellung ihrer Flotte. Parallel dazu baut das Unternehmen die technische Infrastruktur auf dem Betriebshof aus. Die elektrische Anschlussleistung wurde von 2,1 auf sieben Megawatt mehr als verdreifacht. Derzeit stehen 92 Ladepunkte zur Verfügung, bis Ende 2026 sollen es 117 sein.
Über den Stand der Elektrifizierung informierte sich in der letzten Woche Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne). Gemeinsam mit Vertretern der ASEAG und der go.Rheinland GmbH besichtigte er die neue Ladeinfrastruktur. Krischer und go.Rheinland-Geschäftsführer Hans-Peter Geulen übergaben dabei einen Förderbescheid über rund 5,7 Millionen Euro an ASEAG-Vorstand Michael Carmincke.
In den vergangenen Monaten wurden 65 Ladepunkte im Rahmen der Förderung errichtet. Die ASEAG investierte dafür insgesamt rund 6,3 Millionen Euro. Die Ladeeinrichtungen sind so angelegt, dass Elektrobusse auch während Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten mit Energie versorgt werden können. Bis Ende dieses Jahres sollen weitere 25 Ladepunkte hinzukommen.
Der Ausbau ist notwendig, weil die Zahl der Elektrobusse weiter steigt. Ende 2026 sollen 117 batterieelektrische Fahrzeuge zum Bestand gehören. Damit wäre ungefähr jeder zweite Bus der ASEAG elektrisch unterwegs. Der erste Elektrobus des Unternehmens war 2019 in den regulären Linienbetrieb gegangen.
Mit der wachsenden Flotte verändern sich zugleich die Anforderungen an Werkstätten und Personal. Mitarbeiter der eigenen Werkstatt werden deshalb fortlaufend für Arbeiten an Ladeinfrastruktur und Elektrofahrzeugen qualifiziert. Ab 2027 will die ASEAG zudem erstmals Kraftfahrzeugmechatroniker mit der Fachrichtung System- und Hochvolttechnik ausbilden.
Auch die Steuerung der Energieversorgung soll weiterentwickelt werden. Derzeit bereitet die ASEAG ein elektronisches Betriebshofmanagementsystem vor. Es soll unter anderem Umlaufplanung, Abfahrtszeiten, Ladezustände der Busse und Vorgaben des Netzbetreibers zusammenführen. Auf dieser Grundlage kann die verfügbare Anschlussleistung gezielt auf die einzelnen Fahrzeuge verteilt werden. So sollen die Busse ausreichend geladen in den Einsatz gehen.
ASEAG-Vorstand Carmincke verweist darauf, dass die Elektrifizierung nicht mit dem Kauf neuer Fahrzeuge endet. Erst Ladepunkte, Netzanschluss, Werkstattausrüstung und qualifiziertes Personal schaffen die Voraussetzungen für einen zuverlässigen Linienbetrieb.
Auch Oliver Krischer bezeichnete die Ladeinfrastruktur als Grundlage für den weiteren Ausbau der Elektrobusflotte. Mit der stärkeren Stromversorgung, den zusätzlichen Ladepunkten und dem geplanten Betriebshofmanagement verschiebt sich der Schwerpunkt zunehmend vom einzelnen Fahrzeug auf das Gesamtsystem. Je größer der Anteil batterieelektrischer Busse wird, desto wichtiger ist die Disposition der Fahrzeuge im Liniennetz.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de