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NVBW soll Personal abbauen

Die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) soll nach Vorstellungen der CDU-Landtagsfraktion Personal abbauen. Die Fraktion hatte bei ihrer Klausur ein Positionspapier beschlossen, nach dem die Zahl der Stellen in der Landesverwaltung bis 2031 deutlich sinken soll. Bei nachgeordneten Behörden und Landesagenturen, zu denen die CDU ausdrücklich auch die NVBW zählt, soll der Abbau nach dem Papier mehr als fünf Prozent betragen. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht vorgesehen; frei werdende Stellen sollen vor allem nicht wiederbesetzt werden.

Die NVBW hat ihren Personalbestand seit ihrer Gründung stark ausgeweitet. Als die Gesellschaft 1995 gegründet wurde, hatte sie zunächst noch kein eigenes Personal. 1996 wurden zwei Mitarbeiter eingestellt. Zehn Jahre später waren es 20. 2016 beschäftigte die NVBW 51 Mitarbeiter. Für 2024 weist der Tätigkeitsbericht im Jahresdurchschnitt 178 Beschäftigte aus; im Sommer 2025 sprach das Verkehrsministerium von rund 200 Mitarbeitern. Parallel stieg auch die Zahl der vom Aufsichtsrat genehmigten Stellen: von 27 im Jahr 2011 auf 53 im Jahr 2016 und 213,5 im Jahr 2024.

Der Personalaufwuchs hängt zum Teil mit einer grundlegenden Veränderung der Aufgaben im Schienenpersonennahverkehr zusammen. In den ersten Jahren wurde ein großer Teil des Regionalverkehrs im Rahmen des sogenannten Großen Verkehrsvertrages von DB Regio erbracht. Nach Angaben der Landesregierung lagen dabei zahlreiche operative Aufgaben, darunter Angebotsplanung, Qualitäts- und Erlösmanagement sowie Fahrgastmarketing, beim Eisenbahnverkehrsunternehmen.

Mit dem Auslaufen des Vertrages 2016 und der Aufteilung der Leistungen auf zahlreiche Wettbewerbsnetze gingen viele dieser Aufgaben auf die NVBW über. Hinzu kamen mehr Ausschreibungen, Vertragsmanagement und die Betreuung der landeseigenen Fahrzeugflotte.

Ein Teil des heutigen Personals arbeitet zudem nicht unmittelbar für den Eisenbahnverkehr. Das Aufgabenspektrum der NVBW wurde in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. Dazu gehören unter anderem Regiobus- und Bürgerbusförderung, Deutschlandticket, Digitalisierung, Rad- und Fußverkehr, Verkehrssteuerung und Klimaschutz. Die Landesregierung wies 2024 darauf hin, dass die NVBW des Jahres 2024 deshalb nicht mit der Gesellschaft des Gründungsjahres 1996 vergleichbar sei.

Von den damals 213,5 genehmigten Stellen waren nach Angaben des Verkehrsministeriums rund 130 für Aufgaben im Bereich Schienenpersonennahverkehr vorgesehen. In dieser Zahl waren allerdings auch Infrastrukturfragen, Recht, Fahrgastinformation, Marketing sowie die Förderung von Regio- und Bürgerbussen und Dienstleistungen enthalten. Die Gesamtzahl der NVBW-Beschäftigten lässt sich daher nicht vollständig als Personalaufwand für die Organisation des Eisenbahnverkehrs werten. Wie viele Stellen bei der NVBW konkret entfallen sollen, ist bislang nicht festgelegt und von der Koalition noch nicht beschlossen.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de