Ein Jahr nach der Vorstellung der „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene“ ist die angekündigte Reform der Trassenpreise weiterhin nicht umgesetzt. Allianz pro Schiene, Die Güterbahnen, Mofair und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) fordern, das Preissystem spätestens zum Fahrplan 2028 grundlegend neu aufzustellen.
Die Verbände kritisieren vor allem fehlende Planungssicherheit. Für das Fahrplanjahr 2027 dürften die Trassenpreise erneut erst kurz vor dem Fahrplanwechsel im Dezember endgültig feststehen. Im Raum stehen durchschnittliche Steigerungen von 12,6 Prozent im Schienengüterverkehr und 7,8 Prozent im Schienenpersonennahverkehr. Gleichzeitig soll die Trassenpreisförderung im Güterverkehr gekürzt werden.
Nach Ansicht der Verbände reichen die bislang diskutierten Änderungen nicht aus, weil sie vor allem Kosten zwischen den einzelnen Verkehrsarten verschieben würden. Gefordert wird stattdessen ein Grenzkostenmodell, das sich stärker an den unmittelbaren Kosten des Zugbetriebs orientiert und zugleich die Bürokratie bei der Festsetzung der Entgelte reduziert. Außerdem verlangen die Verbände mehrjährige Planungssicherheit.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) solle die im Koalitionsvertrag angekündigte Reform vorantreiben. Der ursprünglich für den 1. Januar 2027 genannte Einführungstermin gilt nach Einschätzung der Verbände inzwischen als nicht mehr erreichbar.
Stefan Hennigfeld
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Quelle: Zughalt.de