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Siemens mit Auftrag aus Belgien

Siemens Mobility und der belgische Infrastrukturbetreiber Infrabel haben einen Rahmenvertrag zur Modernisierung und Instandhaltung der digitalen Betriebssteuerung des belgischen Bahnnetzes geschlossen. Der Vertrag läuft über elf Jahre und hat ein Gesamtvolumen von rund 215 Millionen Euro.

Im Mittelpunkt steht die sogenannte OCS-Umgebung (Operational Control System). Dabei handelt es sich um die digitalen Systeme, mit denen der Zugverkehr in den Betriebszentralen gesteuert wird. Siemens Mobility soll die eingesetzte Signaltechnik-Software und die zugehörige Hardware kontinuierlich weiterentwickeln und an neue technische sowie betriebliche Anforderungen anpassen. Ziel ist es, die Betriebszentralen technisch zu modernisieren und die Widerstandsfähigkeit des Systems zu erhöhen.

Belgien verfügt über eines der dichtesten und am intensivsten genutzten Schienennetze Europas. Täglich verkehren dort mehrere Tausend Personen- und Güterzüge. Eine stabile Betriebssteuerung ist deshalb für Pünktlichkeit, Kapazität und einen möglichst störungsarmen Betrieb von großer Bedeutung.

Der Rahmenvertrag sieht eine flexible Planung vor. Grundlage ist jeweils eine Vierjahresplanung, die jährlich überprüft und angepasst werden soll. Infrabel und Siemens Mobility können damit Investitionen und technische Prioritäten während der elfjährigen Laufzeit fortlaufend aufeinander abstimmen.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Cybersecurity. Vorgesehen sind unter anderem ein eigener Sicherheitsbeauftragter sowie die Einhaltung aktueller Standards für industrielle und bahnspezifische IT-Sicherheit. Dazu gehören IEC 62443 sowie die Zertifizierung nach ISO 27001 für Informationssicherheitsmanagement. Damit soll die digitale Infrastruktur besser gegen Cyberangriffe und technische Ausfälle abgesichert werden.

Auch die Benutzeroberflächen in den Betriebszentralen sollen erneuert werden. Die neue OCS-Umgebung soll die Arbeit der Fahrdienst- und Betriebssteuerung vereinfachen und zugleich die Weiterentwicklung der zugrunde liegenden Signaltechnik ermöglichen. Offene Schnittstellen sollen außerdem die Integration weiterer Systeme erleichtern.

Siemens Mobility verweist darauf, dass das Unternehmen bereits seit vielen Jahren mit Infrabel zusammenarbeitet. Für die Umsetzung sollen auch Teams am Standort Brüssel eingesetzt werden. Infrabel verbindet mit dem Vertrag neben der technischen Modernisierung den Ausbau von Fachwissen in Belgien, insbesondere in den Bereichen digitale Bahnsysteme, Softwareentwicklung und Cybersecurity.

Mit dem neuen Rahmenvertrag wird die bestehende digitale Betriebssteuerung nicht auf einmal ersetzt, sondern schrittweise weiterentwickelt. Die Modernisierung soll dazu beitragen, die Verfügbarkeit der Systeme langfristig zu sichern und die Betriebszentralen auf künftige Anforderungen vorzubereiten. Gleichzeitig schafft der Vertrag die Grundlage für eine kontinuierliche Anpassung von Software und Hardware über mehr als ein Jahrzehnt.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de