BeNEX hat Siemens Mobility auf der Innotrans in Berlin mit der Lieferung von 56 Regionalzügen für das Netz Regionalverkehr Mainfranken beauftragt. Der Auftrag umfasst 26 vierteilige Desiro HC sowie 30 dreiteilige Mireo-Züge. Die Fahrzeuge werden mit European Train Control System (ETCS), Punktförmiger Zugbeeinflussung (PZB) und Onboard Units ausgestattet. Der Betriebsstart auf den Strecken Frankfurt–Würzburg–Nürnberg/Bamberg ist für Ende 2030 vorgesehen.
Die neuen Züge sollen die bestehende Flotte im Netz Regionalverkehr Mainfranken ergänzen und den Fahrgästen mehr Kapazität sowie moderne Ausstattung bieten. Alle Fahrzeuge sind barrierefrei und verfügen unter anderem über Klimaanlagen, USB-Anschlüsse und Fahrradstellplätze. Zum Einsatz kommen die Züge in Hessen und Bayern auf einem rund 330 Kilometer langen Netz. Für das Netz ist agilis, das Regionalverkehrsunternehmen der BeNEX-Gruppe in Bayern, verantwortlich.
BeNEX-Geschäftsführer Johann von Georg bezeichnete die Vergabe als wichtigen Schritt für die Entwicklung des Angebots. Geschäftsführer Michael von Mallinckrodt verwies auf die geplanten Verbesserungen bei Komfort und Kapazität.
Die 30 dreiteiligen Mireo-Züge sind für den täglichen Regionalverkehr vorgesehen. Sie bieten 210 Sitzplätze, zwei Toiletten und 18 Fahrradstellplätze. Die Fahrzeuge sollen insbesondere für Pendler und Freizeitreisende eingesetzt werden und verbinden ein kompaktes Fahrzeugkonzept mit einem modernen Innenraum. Auf nachfragestarken Verbindungen werden die 26 vierteiligen Desiro High Capacity-Züge eingesetzt. Die Doppelstockfahrzeuge bieten jeweils 424 Sitzplätze, 39 Fahrradstellplätze und drei Toiletten. Durch das größere Platzangebot sollen sie zusätzliche Kapazitäten auf stark genutzten Strecken schaffen.
Alle 56 Fahrzeuge erhalten die Zugsicherungssysteme ETCS und PZB. Zur Ausstattung gehören außerdem barrierefreie Einstiege, Rollstuhlplätze und Bereiche für Fahrräder. Siemens Mobility bindet die Fahrzeuge für Betrieb und Instandhaltung an die digitale Plattform Railigent X an. Darüber können unter anderem Diagnosedaten, Informationen aus der Fahrgastzählung und Daten des Fahrgastinformationssystems ausgewertet werden.
Zusätzlich liefert Siemens Ersatzteilpakete und Sonderwerkzeuge für die Fahrzeugplattformen Mireo und Desiro HC. Damit sollen die Voraussetzungen für eine hohe Verfügbarkeit der Fahrzeuge während ihrer Nutzungsdauer geschaffen werden. Die neuen Regionalzüge werden nach ihrer Auslieferung schrittweise in den Betrieb integriert. Die Umstellung auf die neue Flotte erfolgt im Rahmen der Laufzeit des Verkehrsvertrags.
Die Fahrzeuge werden für einen langfristigen Einsatz im Regionalverkehr ausgelegt. Mit den neuen Zügen sollen auf Verbindungen in Mainfranken zusätzliche Kapazitäten bereitgestellt und Anforderungen des täglichen Betriebs berücksichtigt werden. Die Aufgabenträger sind der hessische RMV und die Bayrische Eisenbahngesellschaft.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de