Jobportal für die Bahnbranche & ÖPNV

Stadler Rail bekommt neuen Group CEO

Der Verwaltungsrat des Schweizer Schienenfahrzeugherstellers Stadler Rail hat Philipp Brunner zum neuen Group CEO berufen. Der 42-Jährige übernimmt die operative Führung des Konzerns zum 1. Januar 2027. Er folgt auf Markus Bernsteiner, der Stadler seit Anfang 2023 führt und sich künftig auf Verwaltungsratsmandate konzentrieren will.

Bernsteiner arbeitet seit 1999 für Stadler. Er begann als Maschinenmechaniker, bildete sich zum Betriebstechniker weiter und absolvierte später Weiterbildungen an der Universität St. Gallen. Von 2006 bis 2011 leitete er die Stadler Bussnang AG, anschließend verantwortete er unter anderem die Division Schweiz sowie die Schweizer Werke in Bussnang und St. Margrethen. Später führte er die internationalen Zulieferwerke in der Division Components und war stellvertretender Group CEO.

Seine Zeit an der Konzernspitze war von mehreren Belastungen geprägt. Stadler nennt unter anderem die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, den Ukrainekrieg, unterbrochene Lieferketten und die Überschwemmungen des Jahres 2024. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz nach Unternehmensangaben um 40 Prozent auf zwei Milliarden Schweizer Franken.

Für das Gesamtjahr erwartet Stadler erstmals einen Umsatz von deutlich mehr als fünf Milliarden Franken sowie eine EBIT-Marge von über fünf Prozent. Bernsteiner erklärte, er wolle seine operative Erfahrung künftig als Verwaltungsrat in anderen Unternehmen einbringen. Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler würdigte die 27-jährige Zusammenarbeit und verwies auf Bernsteiners Rolle bei der Bewältigung der vergangenen Krisenjahre.

Mit Philipp Brunner setzt Stadler auf einen internen Nachfolger. Er arbeitet seit 2010 für das Unternehmen und gehört seit 2021 der Konzernleitung an. Derzeit führt er die Division Zentraleuropa und seit Januar 2026 zusätzlich kommissarisch die Division Deutschland.

Brunner studierte Betriebswirtschaft an der Universität St. Gallen und absolvierte einen MBA an der ETH Zürich. Nach ersten beruflichen Stationen bei der UBS und in der Konsumgüterbranche wechselte er 2010 zu Stadler. Dort war er zunächst als Projektleiter in Indien tätig. Es folgten Aufgaben in Algerien und beim Aufbau des Werks in Minsk.

Ab 2016 leitete er Stadler Minsk als CEO. Später übernahm er die Division Zentraleuropa mit drei Standorten und mehr als 2.600 Mitarbeitern. Zu seinen jüngeren Aufgaben gehörten auch Maßnahmen zur Effizienzsteigerung im Berliner Stadler-Werk. Nach Unternehmensangaben kennt Brunner sowohl den Fahrzeugbau und die internationale Zulieferindustrie als auch Märkte in Europa, Asien und Nordafrika.

Brunner bezeichnete Stadler als Herzensangelegenheit und kündigte an, den bisherigen Kurs des Unternehmens fortsetzen zu wollen. Die Nachfolge für die Leitung der Divisionen Zentraleuropa und Deutschland ist nach Angaben von Stadler weit fortgeschritten. Die neuen Divisionsleiter sollen zu einem späteren Zeitpunkt gesondert benannt werden.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de