Die Wiener Linien bauen ihre digitalen Fahrgastservices weiter aus. Über die WienMobil App und die Web-Angebote können Fahrgäste unter anderem Tickets kaufen, Routen planen, aktuelle Störungen abrufen und persönliche Kundendaten verwalten. Auch das HelpCenter bündelt zahlreiche Anliegen, die ohne Besuch einer Servicestelle erledigt werden können. Gleichzeitig sollen Verkaufsstellen und persönliche Beratung als Bestandteil des Angebots erhalten bleiben.
Die Nutzung der WienMobil App nimmt nach Angaben der Wiener Linien weiter zu. Im zweiten Quartal 2026 waren rund 1,7 Millionen Nutzer aktiv. Im Ticketshop wurden in diesem Zeitraum mehr als zwei Millionen Bestellungen registriert. Das entspricht einem Plus von rund 36 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2025. Die Zahl der Routenabfragen stieg im gleichen Zeitraum um etwa zehn Prozent.
Bei der Weiterentwicklung der App sollen auch Rückmeldungen der Fahrgäste berücksichtigt werden. Seit dem Sommer werden klimatisierte Fahrzeuge in den Abfahrtszeiten mit einer blauen Umrandung gekennzeichnet. Damit können Nutzer bereits vor Fahrtantritt erkennen, ob ein entsprechend ausgestattetes Fahrzeug vorgesehen ist.
Auch die WienMobil Vorteilswelt wird ausgebaut. Das seit 2023 bestehende Angebot für Jahreskartenkunden umfasst inzwischen mehr als 80 wechselnde Vorteile aus Freizeit, Kultur, Gastronomie, Handel und Mobilität. Im ersten Halbjahr 2026 wurden mehr als 12.000 Vorteile eingelöst, rund 30 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.
Zum 1. November 2026 bündelt die WienMobil Vorteilswelt die Angebote für Jahreskartenkunden vollständig digital. Das bisherige gedruckte Scheckheft mit 24 Angeboten pro Jahr wird anschließend nicht mehr gemeinsam mit der Jahreskarte verschickt. Bereits ausgegebene Gutscheine bleiben bis zum jeweils aufgedruckten Gültigkeitsdatum nutzbar.
Wiens Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) betont, digitale und persönliche Angebote sollten parallel bestehen bleiben. Auch Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl verweist darauf, dass viele Anliegen inzwischen rund um die Uhr über WienMobil erledigt werden können und dadurch zusätzliche Wege oder Wartezeiten entfallen.
Parallel testen die Wiener Linien neue Formen des Ticketkaufs. Ende Mai startete gemeinsam mit Visa Österreich das Pilotprojekt Tap+Ride. Es richtet sich vor allem an Gelegenheitsfahrgäste und Touristen. Dabei wird zunächst das gewünschte Ticket ausgewählt; anschließend können Debit- oder Kreditkarte, Smartphone oder Smartwatch an das Lesegerät gehalten werden. Das verwendete Zahlungsmittel dient danach als Fahrschein. Angeboten werden derzeit „1 Fahrt WIEN“ und „1 Fahrt WIEN Ermäßigt“.
Nach einer ersten Bilanz wurden bislang knapp 25.000 solcher Zahlungen registriert. Rund 64 Prozent der Transaktionen erfolgten mit Karten, die nicht in Österreich registriert sind. Damit wird das Angebot besonders häufig von ausländischen Besuchern genutzt.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de