Die DB InfraGO hat beim Neubau des Cornberger Tunnels einen wichtigen Bauabschnitt abgeschlossen. Nach rund fünf Monaten Vortrieb wurde die 681 Meter lange Röhre zwischen Bebra und Sontra durchgeschlagen. Gemeinsam mit Tunnelpatin und Cornbergs Bürgermeisterin Katja Gonzalez Contreras (parteilos) feierten die Mineure den Abschluss der Arbeiten im Berg. Seit April war der Tunnel vom östlichen Portal aus mit einem speziellen Tunnelbagger und durch Sprengungen vorgetrieben worden.
Der neue zweigleisige Tunnel entsteht parallel zum bisherigen Cornberger Tunnel, der zwischen 1872 und 1875 gebaut und 1875 in Betrieb genommen wurde. Das historische Bauwerk weist nach Angaben der DB zahlreiche Schäden auf und kann nicht mehr wirtschaftlich saniert werden. Es hat damit das Ende seiner Nutzungsdauer erreicht. Die neue Röhre soll die Leistungsfähigkeit der Strecke langfristig sichern und zugleich den Fahrkomfort verbessern. Ab Ende 2028 sollen die Züge auf der Verbindung zwischen Frankfurt und Göttingen durch den Neubau fahren.
Nach dem Durchschlag gehen die Arbeiten im Tunnel weiter. Der erreichte Durchschlag beendet lediglich den oberen Vortrieb der Röhre. Bis Ende 2027 soll der Rohbau vollständig und planmäßig fertiggestellt werden. Zunächst wird im unteren Bereich weiteres Gestein entfernt. Beim sogenannten Strossen- und Sohlvortrieb sichern die Fachleute die Tunnelwände mit Ausbaubögen, Ankern und bewehrtem Spritzbeton. Anschließend werden die Wände mit einer Trennfolie versehen und eine wasserundurchlässige Innenschale eingebaut.
Ab 2028 folgt die bahntechnische Ausrüstung. Vorgesehen sind unter anderem Schienen, Signale, Oberleitung und sicherheitstechnische Einrichtungen. Für den Anschluss des neuen Tunnels an die bestehende Strecke müssen Gleise und Weichen im Tunnelbereich sowie am Bahnhof Cornberg auf einer Länge von knapp vier Kilometern neu gebaut werden. Wegen der geänderten Gleislage wird außerdem der Forstweg am Westportal auf rund 60 Metern Länge seitlich verlegt.
Der denkmalgeschützte bisherige Cornberger Tunnel bleibt erhalten. Gleise, Oberleitung und technische Ausrüstung werden zurückgebaut. Anschließend soll die Röhre mit dem Ausbruchsmaterial aus dem Neubau verfüllt werden.
Im Zusammenhang mit dem Tunnelprojekt erneuert die DB außerdem zwei Eisenbahnbrücken in Cornberg und Bebra-Rautenhausen, die auch seit 1875 in Betrieb sind. Damit werden weitere Bauwerke auf dem Streckenabschnitt erneuert. Die Brücke über die Kreisstraße in Cornberg wird breiter neu gebaut und soll künftig drei Gleise aufnehmen können.
Auch die traditionelle Rolle der heiligen Barbara als Schutzpatronin der Bergleute und Tunnelbauer wurde beim Durchschlag aufgegriffen. Die beim Tunnelanschlag geweihte Statue wurde durch den Durchschlag ins Freie getragen und anschließend wieder in den Tunnel zurückgebracht, wo sie während der Arbeiten verbleiben soll.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
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Quelle: Zughalt.de