Das Angebot im öffentlichen Nahverkehr in Bayern ist 2025 weiter gewachsen. Nach dem aktuellen Monitoring zur ÖPNV-Strategie 2030 stieg die Zahl der Fahrplankilometer gegenüber dem Vorjahr landesweit um drei Prozent. Besonders deutlich fiel das Plus im ländlichen Raum aus. Dort nahm das Angebot nach Angaben des Verkehrsministeriums um 4,8 Prozent zu. In den Verdichtungsräumen rund um die großen Zentren lag der Zuwachs bei 1,9 Prozent. In den Metropolen blieb das bereits hohe Angebotsniveau dagegen weitgehend stabil.
Ein wachsender Anteil des Angebots auf dem Land entfällt auf bedarfsgesteuerte Verkehre wie Rufbusse und Anrufsammeltaxis. Ihr Anteil am straßengebundenen ÖPNV im ländlichen Raum liegt inzwischen bei 38,4 Prozent.
Auch die Nachfrage hat sich gegenüber den Jahren vor der Corona-Pandemie erhöht. Für 2024 weist das Monitoring insgesamt elf Prozent mehr Fahrgäste als 2019 aus. Im Schienenpersonennahverkehr lag die Nachfrage sogar 23,8 Prozent über dem Niveau von 2019. Gegenüber 2023 stieg sie dort um 16,9 Prozent. Als wesentliche Gründe nennt das Ministerium das Deutschlandticket und Angebotsausweitungen im Regionalverkehr.
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) sieht die Entwicklung positiv, verweist zugleich aber auf die Finanzierung. Nach seiner Darstellung steigen insbesondere im Schienenpersonennahverkehr die Kosten für Trassen, Energie und Personal stärker als Regionalisierungsmittel und Fahrgeldeinnahmen. Er fordert deshalb vom Bund mehr Planungssicherheit, eine Begrenzung der Trassenpreisentwicklung und zusätzliche Regionalisierungsmittel.
Die ÖPNV-Strategie 2030 war im Dezember 2022 von der Bayerischen Staatsregierung beschlossen worden. Sie soll unter anderem das Angebot ausweiten und zusätzliche Fahrgäste gewinnen. Das aktuelle Monitoring untersucht die Entwicklung von Angebot und Nachfrage anhand öffentlich zugänglicher Daten und eigener Erhebungen eines externen Dienstleisters. Für das Angebot liegen die Daten bis einschließlich 2025 vor, bei der Nachfrage reicht die Auswertung bis 2024. Dadurch werden beide Bereiche nicht für denselben Zeitraum miteinander verglichen. Die aktuellen Zahlen zeigen dennoch, dass sowohl das Fahrplanangebot als auch die Nutzung gegenüber den Vergleichsjahren gestiegen sind.
Im ländlichen Raum setzt Bayern dabei weiterhin auf flexible Bedienformen. Rufbusse und andere bedarfsgesteuerte Angebote sollen dort Verbindungen ermöglichen, wo ein klassischer Linienverkehr wegen geringer Nachfrage nur schwer wirtschaftlich betrieben werden kann. Die kommunalen Aufgabenträger verantworten dabei die konkrete Ausgestaltung der Angebote.
Bernreiter verbindet die weitere Entwicklung mit der Finanzierungsfrage. Aus Sicht des Ministers können zusätzliche Angebote nur dauerhaft gesichert werden, wenn Bund und Länder ausreichende Mittel bereitstellen. Hintergrund sind neben höheren Betriebs- und Personalkosten auch die explodierenden Trassenpreise.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de