Auf dem Betriebshof von vhh.mobility in Hamburg-Billbrook ist eine neue Photovoltaikanlage in Betrieb gegangen. Sie soll jährlich rund 340.000 Kilowattstunden Strom erzeugen, der direkt am Standort genutzt und unter anderem zum Laden der Elektrobusse eingesetzt wird. Zusammen mit der bereits bestehenden Anlage auf dem Betriebshof Schenefeld steigt die jährliche Eigenproduktion des Unternehmens auf rund 910.000 Kilowattstunden.
Die beiden Anlagen in Billbrook und Schenefeld bilden zusammen ein Photovoltaikvorhaben mit einer Gesamtleistung von 930 Kilowatt-Peak und 2.047 Solarmodulen. Rechnerisch entspricht die erwartete Strommenge nach Angaben von vhh.mobility rund 2.800 Ladevorgängen von Elektrobussen.
Die neue Anlage in Billbrook verfügt über eine Leistung von 330 Kilowatt-Peak. Auf einer Fläche von rund 2.000 Quadratmetern wurden 727 Solarmodule installiert. Der erzeugte Strom soll möglichst direkt am Betriebshof verbraucht werden. Dort besteht durch die Ladeinfrastruktur für die wachsende Elektrobusflotte ein entsprechend hoher Energiebedarf.
Hamburgs Umweltsenatorin Katharina Fegebank und Verkehrssenator Anjes Tjarks (beide Grüne) verweisen auf die Verbindung von Energie- und Verkehrsinfrastruktur. Die Nutzung der Dächer soll zusätzliche Flächen für die Stromerzeugung erschließen, ohne neue Flächen in Anspruch zu nehmen. Zugleich wird ein Teil der Energie dort erzeugt, wo sie für den elektrischen Busbetrieb benötigt wird.
vhh.mobility baut parallel zur Umstellung seiner Busflotte auch die Energieversorgung der Betriebshöfe aus. Geschäftsführer Lorenz Kasch erklärte, die Standorte dienten inzwischen nicht mehr nur zum Abstellen und Warten der Fahrzeuge. Mit Ladeeinrichtungen und eigener Stromerzeugung übernähmen sie zunehmend auch Aufgaben bei der Energieversorgung des Busbetriebs.
Die Photovoltaikanlagen sind dabei Teil eines größeren Energiemanagements. Neben der direkten Nutzung des erzeugten Solarstroms prüft das Unternehmen weitere technische Möglichkeiten. Dazu gehören nach Angaben von vhh.mobility insbesondere stationäre Energiespeicher sowie perspektivisch das bidirektionale Laden. Dabei könnten Batterien abgestellter Elektrobusse nicht nur Strom aufnehmen, sondern bei Bedarf auch wieder Energie in das lokale Netz des Betriebshofs abgeben.
Mit den Anlagen in Billbrook und Schenefeld erhöht vhh.mobility den Anteil selbst erzeugten Stroms für den elektrischen Busbetrieb. Die eigene Stromproduktion soll künftig einen größeren Beitrag zur Energieversorgung der Betriebshöfe leisten. Parallel entwickelt das Unternehmen die technische Infrastruktur an seinen Standorten weiter.
Für den weiteren Ausbau der Elektrobusflotte sind neben der Fahrzeugbeschaffung auch Ladeinfrastruktur und eine entsprechende Energieversorgung an den Betriebshöfen notwendig. Mit Billbrook und Schenefeld verbindet vhh.mobility diese Bereiche nun an zwei Standorten mit eigener Solarstromerzeugung.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de