Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) modernisieren die zweite und dritte Fahrzeuggeneration der Zürcher S-Bahn. Insgesamt investieren die SBB, der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV), mehrere Kantone und der Bund rund 500 Millionen Schweizer Franken in die Erneuerung der Doppelstockzüge. Die Arbeiten erfolgen schrittweise im SBB-Werk Olten. Nach Angaben der SBB nutzen täglich mehr als 700.000 Fahrgäste die Zürcher S-Bahn.
Betroffen sind 61 Doppelstock-Triebzüge des Typs RABe 514 von Siemens sowie 69 Regio-Dosto des Typs RABe 511 von Stadler Rail. Die RABe 514 stehen seit 2006 im Einsatz, die RABe 511 seit 2012. Beide Flotten waren ursprünglich für eine Nutzungsdauer von 25 Jahren ausgelegt. Durch die Modernisierung soll diese auf 32 Jahre verlängert werden. Die DTZ sollen Ende der 2030er-Jahre ersetzt werden, die Regio-Dosto in den 2040er-Jahren.
Die ersten modernisierten DTZ der zweiten Generation sind bereits seit rund einem Jahr im Einsatz. Seit Mitte September 2026 verkehrt auch der erste erneuerte Regio-Dosto. Äußerlich sind die modernisierten Fahrzeuge an weißen Streifen links und rechts der roten Türen zu erkennen.
Im Innenraum erhalten die Züge unter anderem neue Bodenbeläge, neue Sitzpolster, LED-Beleuchtung und eine überarbeitete Beschriftung. Hinzu kommen mobilfunkdurchlässige Fensterscheiben, die den Empfang in den Fahrzeugen verbessern sollen. Gleichzeitig verfügen die neuen Scheiben über eine bessere Wärmedämmung. Dadurch soll weniger Energie für Heizung und Klimatisierung benötigt werden. Da die Scheiben Mobilfunksignale durchlassen, können außerdem bisher notwendige Signalverstärker entfallen.
Auch technisch werden die Fahrzeuge überarbeitet. Die Wagenkästen erhalten eine neue Lackierung, Korrosionsstellen werden instand gesetzt und Fronthauben aus glasfaserverstärktem Kunststoff ersetzt. Nach Angaben der SBB werden außerdem Maßnahmen an sicherheitsrelevanten und energiebezogenen Komponenten umgesetzt.
Für die Modernisierung der RABe 514 sind knapp 230 Millionen Franken vorgesehen, für die Regio-Dosto rund 270 Millionen Franken. An der Finanzierung beteiligen sich neben der SBB und dem ZVV die Kantone Aargau, Glarus, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau und Zug sowie der Bund. Ergänzend erneuert die SBB 24 IR-Dosto des Fernverkehrs, die technisch zur gleichen Fahrzeugfamilie wie die Regio-Dosto gehören. Dafür sind weitere rund 68 Millionen Franken vorgesehen. Der erste Prototyp dieses Fahrzeugtyps soll ab Winter 2027 eingesetzt werden.
Mit der Modernisierung verlängert die SBB die Einsatzdauer der Bestandsflotte und verschiebt damit den Ersatz der Fahrzeuge. Die erste Generation der Zürcher S-Bahn soll in den 2030er-Jahren durch neue Züge von Siemens Mobility abgelöst werden. Die SBB investiert nach eigenen Angaben in den kommenden Jahren schweizweit jährlich wiederkehrend rund eine Milliarde Franken in neue und modernisierte Züge.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
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Quelle: Zughalt.de