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Akkuzüge starten im Erzgebirge

Die neue direkte Eisenbahnverbindung von Annaberg-Buchholz über Chemnitz nach Leipzig soll zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 starten. Voraussetzung dafür war die erfolgreiche Inbetriebnahme der Ladeinfrastruktur in Annaberg-Buchholz Süd. Nach Abschluss der letzten Tests steht die Anlage nun für den Regelbetrieb bereit und betriebsfähig. Zum Einsatz kommen Akkutriebzüge des Typs Coradia Continental BEMU. Sie sollen in Tagesrandlagen umsteigefrei zwischen Annaberg-Buchholz Süd, Chemnitz und Leipzig verkehren.

Der genaue Fahrplan steht noch nicht fest. Die Fahrzeuge sind bereits auf der Linie RE 6 zwischen Chemnitz und Leipzig im Regelverkehr unterwegs. Die Ladestation in Annaberg-Buchholz Süd wurde speziell für den Einsatz der Akkuzüge entwickelt. Technisch handelt es sich um eine containerbasierte Anlage, die Strom aus dem Landesnetz auf 15.000 Volt umwandelt und dabei die Frequenz von 50 Hertz beibehält. Damit kann die Batterie der Züge an einer nicht elektrifizierten Strecke geladen werden.

An der Entwicklung waren unter anderem Rail Power Systems, F&S Prozessautomation und die Technische Universität Dresden beteiligt. Auch Alstom als Hersteller der Fahrzeuge wirkte an dem Projekt mit. Nach Angaben der Beteiligten soll das Konzept auch auf anderen nicht elektrifizierten Strecken eingesetzt werden können. Gedacht ist die Lösung insbesondere für Strecken, auf denen eine vollständige Elektrifizierung zunächst nicht vorgesehen ist.

Die neue Verbindung wird von der Mitteldeutschen Regiobahn betrieben. Sie arbeitet dabei mit der Erzgebirgsbahn und DB Energie zusammen. Beide Unternehmen sind Eigentümer der neuen Ladestation in Annaberg-Buchholz Süd. Sie investierten sowohl in die Technik der Anlage als auch in eine dauerhafte Oberleitungsanlage, die zwei Gleise überspannt. Nach Abschluss von Bau und Inbetriebnahme übernehmen Erzgebirgsbahn und DB Energie auch den Betrieb der Ladeinfrastruktur für die neue Relation nach Leipzig.

Der Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen beteiligt sich mit 500.000 Euro an der dauerhaften Installation der Ladestation. VMS-Geschäftsführer Mathias Korda verweist auf die hohe verkehrliche Bedeutung der Direktverbindung für die Region. Sie soll das Erzgebirge ohne Umstieg mit Leipzig und damit mit einem wichtigen Fernverkehrsknoten umsteigefrei verbinden. Zugleich sieht der Verkehrsverbund das Projekt als Baustein für die weitere Entwicklung der Region.

Die Ladestation entstand im Rahmen eines gemeinsamen Entwicklungsvorhabens von DB Energie, DB Regionetz Infrastruktur, F&S Prozessautomation, Rail Power Systems, SRCC, TU Dresden und dem VMS in Zusammenarbeit mit Alstom. Mit dem Start der neuen Verbindung wird das bestehende Angebot auf der Relation Chemnitz–Leipzig um eine umsteigefreie Verbindung aus dem Erzgebirge ergänzt. Voraussetzung für den Betrieb ist die Kombination aus Akkufahrzeugen und punktueller Ladeinfrastruktur in Annaberg-Buchholz Süd.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de