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Neue FLIRT-Züge für Nordwestitalien

Der Hersteller Stadler Rail hat sechs neue elektrische FLIRT-Züge für das Aostatal in Nordwestitalien ausgeliefert. Die Fahrzeuge wurden am Bahnhof Torino Porta Nuova vorgestellt und sollen schrittweise im Regionalverkehr eingesetzt werden. Voraussetzung für den vollständigen Einsatz ist der Fortschritt der Elektrifizierung auf der Strecke Ivrea–Aosta.

Die neuen Züge ergänzen die bereits vorhandene Stadler-Flotte in der Region. Seit 2019 verkehren dort fünf bimodale FLIRT-Züge, die sowohl elektrisch unter Fahrleitung als auch mit Dieselantrieb fahren können. Sie wurden 2015 bestellt und waren für den Betrieb auf einer nur teilweise elektrifizierten Strecke vorgesehen. Mit der weiteren Elektrifizierung soll künftig auf der gesamten Verbindung stärker elektrisch gefahren werden.

Die sechs neuen Fahrzeuge sind vollständig elektrisch angetrieben. Nach Angaben der Region und von Stadler sollen dadurch gemeinsam mit der Elektrifizierung der Strecke jährlich mehr als 500.000 Liter Diesel eingespart werden. Die Züge wurden im polnischen Stadler-Werk Siedlce gebaut.

Jeder der vierteiligen FLIRT-Züge verfügt über 236 Sitzplätze. Hinzu kommen klimatisierte Fahrgasträume und Mehrzweckbereiche für Fahrräder und Skiausrüstung. Vier breite Niederflurtüren auf jeder Fahrzeugseite sollen einen schnellen Fahrgastwechsel ermöglichen und den barrierefreien Einstieg erleichtern. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 160 km/h.

Technisch sind die Fahrzeuge auf den Einsatz im alpinen Streckennetz ausgelegt. Sie verfügen über leichte Aluminiumwagenkästen und reduzierte Achslasten. Zudem sind sie mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS ausgestattet. Gestaltung und Farbgebung orientieren sich an den bereits eingesetzten Fahrzeugen im Aostatal. Die sechs Züge wurden nach Angaben von Stadler innerhalb von etwas mehr als zwei Jahren entwickelt und gebaut. Grundlage ist die modulare FLIRT-Plattform. Erfahrungen aus dem bisherigen Betrieb der bimodalen Fahrzeuge im Aostatal seien in die Auslegung der neuen Züge eingeflossen.

Zum Auftrag gehört neben der Lieferung auch die Instandhaltung. Stadler übernimmt gemeinsam mit Trenitalia für fünf Jahre die Wartung der neuen Flotte. Vorgesehen sind dafür ein spezialisiertes Team sowie die Bereitstellung der erforderlichen Ersatzteile und Materialien.

Die neuen Fahrzeuge werden nicht gleichzeitig, sondern schrittweise in Betrieb genommen. Sie sind für den Regionalverkehr zwischen dem Aostatal und Turin vorgesehen und ergänzen dort die bereits eingesetzten bimodalen Einheiten. Der konkrete Einsatz richtet sich nach den im Verkehrsvertrag vorgesehenen Betriebsabläufen und nach dem Fortschritt der Elektrifizierungsarbeiten zwischen Ivrea und Aosta. Mit der neuen Flotte setzt die Region ihre seit 2015 bestehende Zusammenarbeit mit Stadler fort. Die bisherigen bimodalen Fahrzeuge bleiben zunächst Teil des regionalen Angebots, während die neuen Elektrozüge zusätzliche Kapazitäten bereitstellen sollen.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de