Berlin und Brandenburg bauen zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember gemeinsam mit dem VBB das Regionalverkehrsangebot aus. Besonders betroffen sind die Linien RE3, RE4 und RE5, die mit dem Start des Netzes Nord-Süd 2 auf ihren gesamten Laufwegen künftig stündlich verkehren sollen. Parallel gehen die neuen Netze Nord-Süd und Berlin-Stettin in Betrieb. Trotz angespannter Haushaltslagen halten beide Länder damit an mehreren bereits geplanten Angebotsverbesserungen fest.
Der RE3 verbindet Stralsund über Berlin mit Lutherstadt Wittenberg. Der RE4 fährt von Stendal über Rathenow und Berlin nach Falkenberg (Elster), während der RE5 Rostock beziehungsweise Stralsund über Neustrelitz und Berlin mit Ludwigsfelde verbindet. Zusätzlich wird auf dem RE5 das Spätangebot erweitert. Die letzten Züge zwischen Berlin und Neustrelitz sollen künftig auch unter der Woche bis 23 Uhr fahren und damit täglich angeboten werden.
Auf den Linien RE4 und RE5 will DB Regio modernisierte Doppelstockwagen einsetzen. Für den RE3 wurden zwölf neue doppelstöckige Triebzüge des Typs KISS bei Stadler bestellt. Diese Fahrzeuge stehen zum Start des neuen Verkehrsvertrags allerdings noch nicht zur Verfügung. Nach Angaben von Stadler führen Verzögerungen bei einem zentralen Unterlieferanten zu Problemen in der Lieferkette. Der Einsatz der neuen KISS-Züge im Fahrgastbetrieb ist nun schrittweise ab der zweiten Jahreshälfte 2027 vorgesehen.
Für die Übergangszeit hat DB Regio ein Ersatzkonzept entwickelt. Auf den Nord-Süd-Relationen sollen zunächst fünfteilige Doppelstockzüge mit Lokomotiven fahren. Weil dafür Bestandsfahrzeuge auf RE3, RE4 und RE5 gebunden werden, kommen auf den Linien RB24 und RB32 vorübergehend Talent-2-Züge zum Einsatz. Diese verfügen nach Angaben des VBB überwiegend über rund 420 Sitzplätze je Fahrt. Mit dem Ersatzkonzept sollen die geplanten Angebotsausweitungen dennoch zum Fahrplanwechsel umgesetzt werden.
Weitere Änderungen betreffen das Netz Berlin-Stettin und das Elektronetz Oberelbe. Zwischen Elsterwerda-Biehla und Dresden wird der Verkehr künftig als S6 in das Dresdner S-Bahn-Netz eingebunden. Zudem soll nach Abschluss der Sanierung der Berliner Stadtbahn wieder ein stabileres Angebot möglich sein. Auf dem RE1 gehen weitere Bahnsteigverlängerungen aus dem Projekt i2030 in Betrieb.
Das Baugeschehen bleibt allerdings hoch. DB InfraGO saniert die Lehrter Bahn noch bis Dezember 2027. Parallel laufen der zweigleisige Ausbau der Görlitzer Bahn zwischen Lübbenau und Cottbus sowie Arbeiten im Bahnhof Königs Wusterhausen. Ab dem Fahrplan 2028 soll dadurch zwischen Berlin und Cottbus ein Halbstundentakt möglich werden. Dafür ist die Verlängerung der Linie RE20 vorgesehen.
Mit dem Fahrplanwechsel 2026 werden damit mehrere Angebotsausweitungen umgesetzt, während ein Teil der ursprünglich vorgesehenen Neufahrzeuge zunächst durch Bestandsfahrzeuge ersetzt werden muss.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de