Das Bundesministerium für Verkehr hat die Einführung von Wasserstoff- und Batteriezügen bei der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) sowie den Aufbau der dafür benötigten Infrastruktur mit rund 33,7 Millionen Euro unterstützt. Aktuell sind sieben Wasserstoff- und 31 Batteriezüge der NEB im Regelbetrieb unterwegs. Die alternativen Antriebe werden seit 2024 im Regionalverkehr in Berlin und Brandenburg eingesetzt.
Die Batteriezüge fahren im Netz Ostbrandenburg, während Wasserstoffzüge auf der Heidekrautbahn zum Einsatz kommen. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums sparen allein die 31 Batteriezüge jährlich rund 15.000 Tonnen CO₂ ein.
Gefördert wurde unter anderem die Beschaffung von sechs Wasserstoffzügen für die Heidekrautbahn sowie von 31 Batteriezügen für das Netz Ostbrandenburg. Hinzu kamen Mittel für den Aufbau der notwendigen Energieinfrastruktur. Dazu gehören vier Schnellladestationen für batterieelektrische Züge sowie Anlagen zur Erzeugung, Bereitstellung und Betankung von Wasserstoff.
Für das Projekt „Wasserstoffschiene Heidekrautbahn“ erhielt die Enertrag SE zusätzlich 13,4 Millionen Euro vom Bundesverkehrsministerium. Damit wurde die Erzeugung und Bereitstellung des Wasserstoffs unterstützt. Die NEB hat gemeinsam mit ihren Partnern eine regionale Wasserstoff-Wertschöpfungskette für den Schienenverkehr aufgebaut.
Bestandteil der Förderung waren außerdem Forschungs- und Entwicklungsarbeiten. Dabei ging es unter anderem darum, den Einsatz von Wasserstoff im regionalen Schienenverkehr technisch und betrieblich zu optimieren und Erfahrungen für weitere nicht elektrifizierte Strecken zu sammeln. Die Bundesmittel stammen aus dem Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie sowie aus der Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe im Schienenverkehr. Ein Teil der Fördermittel wurde im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans über das europäische Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Koordiniert werden die Programme von der NOW GmbH, die Umsetzung erfolgt über den Projektträger Jülich.
Das Bundesverkehrsministerium hält die Elektrifizierung mit Oberleitung weiterhin für die bevorzugte Lösung im elektrischen Schienenverkehr. Batterie- und Wasserstoffzüge sollen vor allem dort eingesetzt werden, wo eine durchgehende Oberleitung wirtschaftlich nicht sinnvoll oder kurzfristig nicht umsetzbar ist.
Mit den Projekten in Berlin und Brandenburg liegen inzwischen Erfahrungen aus dem Regelbetrieb mit beiden Antriebsformen vor. Während Batteriezüge Strom aus Ladeanlagen und elektrifizierten Streckenabschnitten aufnehmen, benötigen Wasserstoffzüge eine eigene Erzeugungs-, Speicher- und Betankungsinfrastruktur. Die Förderung umfasste deshalb nicht nur die Fahrzeuge, sondern auch die dafür erforderlichen Anlagen. Die dabei gewonnenen Erfahrungswerte sollen auch für weitere Projekte mit alternativen Antrieben im Schienenverkehr genutzt werden.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de