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Mehr Fernverkehr im Fahrplan 2027

Die Deutsche Bahn erweitert zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 ihr Fernverkehrsangebot. Der Fahrplan 2027 bringt zusätzliche ICE- und TGV-Verbindungen, mehr internationale Direktzüge und neue Sprinter zwischen deutschen Großstädten. Die Fahrpreise sollen stabil bleiben. Gleichzeitig prägen zahlreiche Baustellen auch im kommenden Jahr den Fahrplan und führen zeitweise zu Umleitungen, längeren Fahrzeiten und einzelnen Angebotskürzungen.

Ein Schwerpunkt liegt auf schnelleren Verbindungen zwischen den Metropolen. Zwischen Stuttgart, Nürnberg und Berlin baut die DB das ICE-Sprinter-Angebot aus. Vier zusätzliche Fahrten ergänzen die bestehenden Verbindungen, so dass die Sprinter künftig im Vier-Stunden-Takt angeboten werden. Zwischen Nürnberg und Berlin beträgt die Fahrzeit rund zweidreiviertel Stunden, zwischen Nürnberg und Stuttgart knapp zwei Stunden.

Deutlich ausgeweitet wird auch der internationale Verkehr. Ab Sommer 2027 wollen DB, Trenitalia und ÖBB erstmals direkte Frecciarossa-Verbindungen von München über Innsbruck nach Italien anbieten. Vorgesehen sind zunächst täglich Verbindungen nach Mailand und Rom. Von München sollen damit unter anderem Verona, Bologna und Florenz ohne Umstieg erreichbar sein. Voraussetzung ist die Zulassung der Fahrzeuge für den grenzüberschreitenden Einsatz.

Auch in Richtung Frankreich gibt es Verbesserungen. München und Augsburg erhalten am Wochenende eine zusätzliche direkte TGV-Verbindung nach Straßburg und Paris. Eine bestehende tägliche Verbindung wird zudem rund 30 Minuten schneller, weil sie künftig die Schnellfahrstrecke Wendlingen–Ulm nutzen kann. Nach Abschluss der Korridorsanierung zwischen Nürnberg und Passau kehren außerdem die direkten Fernzüge nach Linz und Wien zurück. Ergänzt wird das Angebot um eine weitere Verbindung am Abend in Richtung Österreich und einen zusätzlichen Frühzug aus Wien. Zwischen Nürnberg und Wien stehen damit künftig zehn direkte Verbindungen zur Verfügung.

Auf anderen Strecken kehren Verbindungen zurück, die 2026 baubedingt nicht angeboten werden konnten. Dazu zählt beispielsweise ein ICE von München über Nürnberg, Würzburg und Kassel nach Westfalen. Auch abseits der großen Metropolen verändert sich das Angebot. Einzelne Verbindungen werden zugleich ganzjährig ausgeweitet. In Straubing halten künftig am Abend zwei zusätzliche ICE-Züge aus Nordrhein-Westfalen beziehungsweise Frankfurt und Nürnberg. Auf der Verbindung über Lindau nach Tirol wird am Wochenende wieder ein ICE bis Landeck-Zams angeboten. Damit stellt die DB auf einzelnen touristischen Relationen Verbindungen wieder her, die zuletzt wegen Bauarbeiten oder Angebotsänderungen eingeschränkt waren.

Neben neuen Angeboten muss die Bahn 2027 erneut zahlreiche Bauarbeiten in den Fahrplan integrieren. Besonders deutlich sind die Auswirkungen zwischen München und Salzburg. Wegen einer Streckensanierung können dort vom 8. Februar bis 9. Juli deutlich weniger Fernzüge verkehren. Die Railjets zwischen München, Wien und Budapest werden in dieser Zeit über Passau umgeleitet. Auch auf den Achsen Augsburg–Nürnberg–Berlin sowie Frankfurt–Nürnberg kommt es zeitweise zu Einschränkungen.

Die DB verweist darauf, dass die größten baubedingten Änderungen bereits zum Buchungsstart in den Auskunftssystemen hinterlegt sind. Tickets für den Fahrplan 2027 sind seit dem 14. Oktober über bahn.de, den DB Navigator sowie in Reisezentren und Agenturen erhältlich.

Änderungen gibt es auch bei mehreren Tarifangeboten. Das im Sommer eingeführte DB Familienticket wird dauerhaft angeboten. Es ist ab dem 26. Oktober wieder buchbar und gilt für Reisen ab dem 1. November. Für 99,99 Euro können bis zu fünf Personen in der 2. Klasse deutschlandweit im Fernverkehr hin- und zurückfahren; die Sitzplatzreservierung ist enthalten.

Für Pendler werden Monatskarten und Schülermonatskarten im Fernverkehr ohne Abonnement ab dem 21. Oktober um 25 Prozent günstiger. Gleichzeitig vereinfacht die DB ihr Zeitkartenangebot und bietet Streckenzeitkarten künftig nur noch ohne Abo an. Auch für Gruppen erweitert die Bahn ihre Online-Funktionen: Der Sparpreis Gruppe kann künftig für bis zu 14 Tage unverbindlich reserviert werden.

Mit dem Fahrplan 2027 setzt die DB damit vor allem auf zusätzliche schnelle und internationale Verbindungen. Der Ausbau des Angebots steht jedoch erneut unter dem Vorbehalt umfangreicher Bauarbeiten.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de