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Ansbach ist Bahnhof des Jahres

Der Bahnhof Ansbach in Mittelfranken ist von der Allianz pro Schiene zum „Bahnhof des Jahres“ gewählt worden. Die Jury würdigte vor allem die Kombination aus modernisierter Bahnhofshalle, guter Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln und zusätzlichen Serviceangeboten. Für Bayern ist es bereits die achte Auszeichnung eines Bahnhofs mit diesem Titel.

Nach Einschätzung der Jury wurde bei der Renovierung nicht nur auf die Funktionalität, sondern auch auf die Gestaltung geachtet. Die Wartehalle des nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten Empfangsgebäudes wurde mit neuen Sitzmöglichkeiten aus Holz, moderner Beleuchtung und einer einheitlichen Gestaltung erneuert. Auch die Aufenthaltsbereiche auf den Bahnsteigen flossen in die Bewertung ein.

Positiv bewertet wurde außerdem die Verknüpfung mit Fahrrad, Bus und Auto. Rund um den Bahnhof gibt es zahlreiche überwiegend überdachte Fahrradabstellplätze sowie abschließbare Fahrradboxen. Der Busbahnhof ist auf kurzem Weg erreichbar. Für Autos und Taxis bestehen Zufahrtsmöglichkeiten an den Seitenbereichen des Bahnhofs.

Auf den Bahnsteigen wurden bepflanzte Bereiche mit Sitzgelegenheiten eingerichtet. Für Gepäck stehen Schließfächer zur Verfügung. Eine öffentliche Toilette befindet sich auf dem Bahnhofsvorplatz. In der Bahnhofshalle gibt es mehrere gastronomische Angebote, darunter auch Anbieter mit regionalen Produkten.

Ganz ohne Verbesserungsvorschläge blieb die Bewertung allerdings nicht. Die Jury hält die renovierte Unterführung zwischen den Bahnsteigen und dem Südausgang zwar für sauber und hell, empfindet ihre Gestaltung aber als nüchtern. Zusätzliche Gestaltungselemente und Farbakzente könnten den Bereich aus ihrer Sicht aufwerten. Zudem regt die Jury eine Echtzeitanzeige für die Abfahrten der Busse bereits in der Bahnhofshalle an. Auch ein bahnhofsweites WLAN-Angebot wird als mögliche Ergänzung genannt.

Die Allianz pro Schiene vergibt den Titel „Bahnhof des Jahres“ seit 2004. Maßgeblich ist dabei die Perspektive der Reisenden. Die neunköpfige Jury besucht Bahnhöfe in Deutschland und bewertet unter anderem Fahrgastinformationen, Sauberkeit, Aufenthaltsqualität, Serviceangebote und die Verknüpfung mit anderen Verkehrsmitteln. Berücksichtigt wird außerdem, ob die Station unterschiedliche Mobilitäts- und Reisebedürfnisse abdeckt.

Zur Jury gehören Vertreter des Verkehrsclubs Deutschland, des Fahrgastverbands Pro Bahn und des Deutschen Bahnkunden-Verbands. Hinzu kommen der Auto Club Europa, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club, die Kooperation Fahrtziel Natur und der Deutsche Tourismusverband. Zwei weitere Mitglieder stellt die Geschäftsstelle der Allianz pro Schiene.

Mit der Auszeichnung reiht sich Ansbach in eine Reihe bayerischer Bahnhöfe ein, die den Titel bereits erhalten haben. Ausschlaggebend war nach Angaben der Jury nicht ein einzelnes Merkmal, sondern das Zusammenspiel von Gestaltung, Aufenthaltsqualität und Verkehrsangebot.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de