Die Berliner Verkehrsbetriebe AöR plant ab 2029 eine neue Generation der Verkaufstechnik in Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnhöfen. Kern des Systems sind rund 3.600 sogenannte Validatoren, an denen Fahrgäste Tickets künftig kontaktlos mit Bankkarte, Smartphone oder BVG-Guthabenkarte kaufen können. Die Geräte sollen die bisher unterschiedlichen Verkaufssysteme schrittweise ersetzen.
In Bus, Straßenbahn und U-Bahn kommen derzeit teils mehr als 30 Jahre alte Anlagen mit verschiedenen Funktionen und Bezahlmöglichkeiten zum Einsatz. Mit der neuen Technik will die BVG AöR den Ticketkauf vereinheitlichen. An den Validatoren sollen gängige Tickets der Tarifbereiche AB und ABC auswählbar sein. Welche Fahrscheine genau angeboten werden, wird noch mit dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg und dem Land Berlin abgestimmt. Das gekaufte Ticket wird digital mit dem verwendeten Zahlungsmittel verknüpft und in der Cloud gespeichert. Ein Papierfahrschein ist damit nicht erforderlich.
Hintergrund ist das veränderte Kaufverhalten. Mehr als die Hälfte aller Einzel- und Tagestickets wird nach Angaben der BVG AöR bereits per App gekauft. An den Automaten in U-Bahnhöfen werden mehr als 75 Prozent der Käufe mit Karte oder mobilen Bezahldiensten bezahlt. In den Fahrzeugen werden dagegen nur noch wenige Fahrscheine verkauft.
Für Fahrgäste ohne Bankkarte bleibt die BVG-Guthabenkarte vorgesehen. Sie kann anonym genutzt und in Kundenzentren sowie an rund 900 weiteren Stellen in Berlin mit Bargeld aufgeladen werden. Auch die vollständige Ticketauswahl in Kundenzentren, Verkaufsstellen, Kiosken und Spätis soll erhalten bleiben.
Vor der Einführung stellt die BVG AöR die geplante Technik Fahrgastinteressen- und Behindertenverbänden vor. Deren Rückmeldungen zur Bedienbarkeit und Barrierefreiheit sollen in die weitere Ausgestaltung einfließen. Das Vergabeverfahren soll Anfang 2027 starten. Die Einführung der neuen Validatoren ist schrittweise ab 2029 vorgesehen.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de