27.10.26 (München)
Etwa 35.000 Besucher aus nah und fern haben das 150-jährige Bestehen der Münchner Straßenbahn gefeiert. Stadtwerke München und Münchner Verkehrsgesellschaft hatten zum Höhepunkt des Jubiläumsjahres einen Fahrzeugkorso, historische Sonderverkehre und einen Tag der offenen Tür im Tram-Betriebshof Einsteinstraße organisiert.
Zum Auftakt setzte sich ein rund 300 Meter langer Korso mit 15 historischen und modernen Fahrzeugen durch die Innenstadt in Bewegung. Angeführt wurde die Parade von einem Avenio im Jubiläumsdesign. Dahinter folgten Trieb- und Beiwagen aus verschiedenen Epochen seit 1901. Historische Busse des Omnibus-Clubs München bildeten den Abschluss. Für zusätzliches historisches Flair sorgten Schaffner in früheren Uniformen, die Erinnerungsfahrscheine verteilten.
Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) und SWM-Geschäftsführer Florian Bieberbach begrüßten die Besucher zuvor aus einem historischen Pferdewagen an der Theatinerstraße. Krause verwies auf die enge Verbindung zwischen Straßenbahn und Stadtgeschichte. Die Tram habe Generationen von Münchnern auf ihren täglichen Wegen begleitet und werde auch künftig eine wichtige Rolle für die Mobilität der wachsenden Stadt spielen.
Nach dem Korso waren mehrere historische Straßenbahnen sowie zwei Avenio-Züge im Retrodesign als Jubiläumslinie zwischen dem Betriebshof Einsteinstraße und dem Sendlinger Tor unterwegs. Ergänzend verkehrten historische Busse. Rund 25.000 Menschen verfolgten nach Angaben von SWM und MVG den Korso oder nutzten die Jubiläumslinien.
Am folgenden Tag öffnete der Tram-Betriebshof Einsteinstraße seine Tore. Rund 10.000 Besucher kamen nach ersten Schätzungen zu der Veranstaltung. Wegen des großen Andrangs musste der Betriebshof zeitweise geschlossen werden. Gezeigt wurden historische und moderne Straßenbahnen sowie verschiedene Arbeitsfahrzeuge. Mitarbeiter informierten über den Betrieb und die Instandhaltung der Fahrzeuge. Besucher konnten unter anderem die Werkstatt, Waschanlage und Lackiererei kennenlernen.
Der eigentliche Geburtstag der Münchner Tram war am 21. Oktober. An diesem Tag jährte sich die Aufnahme des Pferdebahnbetriebs von 1876 zum 150. Mal. Die erste Strecke war 2,8 Kilometer lang und führte vom Promenadeplatz über Karlsplatz und den damaligen Centralbahnhof bis zur Stadtgrenze in der Nymphenburger Straße. Aus diesem Netz entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten die heutige Münchner Straßenbahn.
Auch der Fahrgastverband Pro Bahn würdigte das Jubiläum. Bundesvorsitzender Lukas Iffländer verwies darauf, dass München seine Straßenbahn im Gegensatz zu zahlreichen anderen Städten erhalten habe. Viele Kommunen, die ihre Netze in den 1960er und 1970er Jahren aufgegeben hätten, investierten heute erneut in den Aufbau von Straßenbahnsystemen. Es geht also nicht nur um ein traditionelles Straßenbahnnetz, sondern auch um moderne Light-Rail-Systeme für die Zukunft.
Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de