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Rosenheim–Salzburg wird 2027 gesperrt

28.10.26 (Bayern, Fahrplanänderungen, Österreich)

Die nächste große Korridorsanierung in Bayern rückt näher. Vom Abend des 7. Februar bis zum 9. Juli 2027 wird die Strecke zwischen Rosenheim und Freilassing vollständig gesperrt. Fahrgäste müssen sich im Regional- und Fernverkehr auf Änderungen einstellen.

Im Fernverkehr werden die Züge der Relation München–Wien und weiter nach Budapest über Passau umgeleitet. Dadurch verlängern sich die Fahrzeiten, der Halt in Salzburg entfällt. Züge der Verbindung Frankfurt–Stuttgart–München–Klagenfurt beziehungsweise Graz fahren zwischen München und Salzburg nicht regulär. Einzelne Eurocity-Züge sollen ersatzweise über Mühldorf verkehren, weitere Verbindungen nach Graz über Wörgl.

Für den Regionalverkehr hat die Bayerische Eisenbahngesellschaft gemeinsam mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen, DB InfraGO und den betroffenen Kommunen ein Ersatzkonzept erarbeitet. Mehr als 70 Busse sollen auf neun Linien die ausfallenden Zugverbindungen ersetzen. Zusätzlich ist im Zwei-Stunden-Takt eine schnelle Zugverbindung zwischen München und Freilassing beziehungsweise Salzburg über Mühldorf vorgesehen.

Jede dritte Verbindung ist dabei ein Fernverkehrszug und nur mit entsprechendem Ticket nutzbar. Die übrigen Züge verkehren als Regionalverkehr und enden in Freilassing. Dort sollen zusätzliche Pendelzüge nach Salzburg anschließen. Auch auf Strecken außerhalb des gesperrten Abschnitts sind Änderungen vorgesehen, weil Fern- und Güterzüge über andere Routen fahren. Dadurch muss der Regionalverkehr auf einzelnen Linien ausgedünnt werden. Die Fahrplandaten sind nach Angaben der Bahn größtenteils in den Auskunftssystemen hinterlegt.

Für die Ersatzverkehre gelten einheitliche Qualitätsvorgaben. Vorgesehen sind klimatisierte und barrierefrei zugängliche Busse mit WLAN, teilweise auch mit Toiletten. Das Erscheinungsbild entspricht dem bereits bei anderen Korridorsanierungen eingesetzten verkehrspurpurnen Ersatzverkehr.

DB InfraGO will während der Sperrung auf der rund 82 Kilometer langen Strecke zwischen Rosenheim und Freilassing unter anderem rund 40 Kilometer Gleise und mehr als 40 Weichen erneuern oder instand setzen. Hinzu kommen Arbeiten an etwa 100 Kilometern Oberleitung, mehreren Brücken, Durchlässen, Stützwänden und der Leit- und Sicherungstechnik.

Fünf Stellwerke werden modernisiert und für ETCS vorbereitet. Die Stellwerke in Bad Endorf und Prien am Chiemsee sollen zum Ende der Korridorsanierung in Betrieb gehen. Übersee, Traunstein und Teisendorf folgen im ersten Halbjahr 2028. Außerdem werden neun Bahnhöfe modernisiert. An sechs Stationen sind Bahnsteigerneuerungen vorgesehen, in Übersee, Bergen und Teisendorf zusätzlich neue Aufzüge sowie Arbeiten an Personenunterführungen.

Parallel läuft noch bis zum 12. Dezember 2026 die Korridorsanierung zwischen Obertraubling und Passau. Rosenheim–Salzburg ist damit der dritte bayerische Korridor, der nach diesem Konzept erneuert wird.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de