Jobportal für die Bahnbranche & ÖPNV

Üstra: Mehr Fahrgäste auf Linie 900

28.10.26 (Niedersachsen)

Die neue Streckenführung der sprintH-Linie 900 durch das Gehägeviertel in Hannover hat zu deutlich mehr Fahrgästen geführt. Im zweiten Quartal 2026 nutzten durchschnittlich rund 4.300 Menschen pro Schulwerktag die Verbindung zwischen Hannover und Burgdorf. Das waren etwa 35 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Zusätzliche Fahrten oder längere Betriebszeiten wurden dafür nicht eingeführt. Auch gegenüber dem ersten Quartal 2026 stieg die Nachfrage. Damals waren im Durchschnitt rund 3.850 Fahrgäste pro Schulwerktag mit der Linie 900 unterwegs. Nach Angaben von Üstra und Region Hannover zeigt die Entwicklung, dass die seit Dezember 2025 geänderte Linienführung zunehmend angenommen wird.

Seit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 fährt die Linie über Gehägestraße und Waldchaussee durch die Eilenriede zum Zoo und anschließend auf dem bisherigen Linienweg weiter in die Innenstadt. Neu hinzu kamen die Haltestellen Rehmer Feld, Gehägestraße und Habichtshorststraße. Seit dem Schuljahreswechsel am 13. August 2026 wird außerdem die Haltestelle Hesemannstraße bedient. Damit erhielt das zuvor nicht direkt an den öffentlichen Nahverkehr angebundene Gehägeviertel eine eigene Busverbindung.

Besonders die zentral gelegene Haltestelle Habichtshorststraße verkürzt die Fahrzeit deutlich. Von dort dauert die Fahrt zum Ernst-August-Platz nach Angaben der Üstra rund elf Minuten. Zuvor mussten Fahrgäste einschließlich Fußweg und Umstieg in die Stadtbahn etwa 30 Minuten einplanen.

Die Fahrgastzahlen stiegen nicht nur im Gehägeviertel, sondern entlang des gesamten Linienverlaufs. Da das Fahrtenangebot unverändert blieb, verteilen sich die zusätzlichen Fahrgäste auf dieselbe Zahl von Verbindungen. Dadurch ist die durchschnittliche Auslastung der Busse gestiegen. Für die Region Hannover als Aufgabenträger entstanden nach eigenen Angaben zugleich keine zusätzlichen Betriebskosten. Die Verantwortlichen führen den Zuwachs deshalb vor allem auf die direktere Streckenführung zurück. Aus ihrer Sicht zeigt die Entwicklung, dass sich Nachfrage auch durch kürzere Wege und weniger Umstiege steigern lässt.

Üstra-Vorstandsvorsitzende Elke Maria van Zadel sieht die Entwicklung als Bestätigung für die geänderte Linienführung. Die Verbindung bringe Fahrgäste aus dem Gehägeviertel schneller in die Innenstadt und erhöhe zugleich die Nachfrage auf der gesamten Linie. Auch Regionsverkehrsdezernent Ulf-Birger Franz verweist auf die Bedeutung direkter Verbindungen. Mit der neuen Führung sei eine Lücke im Nahverkehrsnetz geschlossen worden. Die Entwicklung zeige, dass auch ohne zusätzliche Fahrten Verbesserungen möglich seien, wenn Strecken gezielter auf die Nachfrage ausgerichtet werden.

Die sprintH-Linie 900 verbindet Hannovers Innenstadt über Isernhagen mit Burgdorf. Üstra und Region Hannover wollen die Fahrgastentwicklung auf der Verbindung weiter beobachten, ob der Aufwärtstrend weitergeht.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
Siegfriedstr. 24a
58453 Witten
Quelle: Zughalt.de