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VDV Bayern wählt Stefan Kühn

29.10.26 (Baden-Württemberg, Bayern)

Die VDV-Landesgruppe Bayern hat Stefan Kühn zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Kühn, Vorsitzender der Regionalleitung von DB Regio Bus Bayern, folgt auf Robert Frank, der nach zwölf Jahren nicht erneut kandidierte. Die VDV-Landesgruppe Baden-Württemberg bestätigte Alexander Pischon im Amt. Beide Wahlen erfolgten einstimmig bei einer gemeinsamen Tagung der Landesgruppen in Nürnberg.

Kühn ist unter anderem Geschäftsführer der Regionalverkehr Oberbayern GmbH, der Regionalbus Ostbayern GmbH und der Omnibusverkehr Franken GmbH. Zuvor war er Gründungsgeschäftsführer der Südostbayernbahn und Regionalleiter der damaligen DB Netz-Region Bayern. Im VDV Bayern war er bereits seit sechs Jahren stellvertretender Vorsitzender.

Neben den Wahlen standen vor allem die Finanzierung des öffentlichen Verkehrs und der geplante Brenner-Nordzulauf auf der Tagesordnung. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) verwies auf steigende Kosten, Infrastrukturprobleme und die Anforderungen an ein verlässliches Angebot auch im ländlichen Raum.

Der VDV sieht insbesondere die Finanzierung der laufenden Betriebskosten als problematisch. Zwar steigen die Fahrgastzahlen, gleichzeitig reichen die Einnahmennicht aus, um die Kostenentwicklung aufzufangen. Energie- und Personalkosten seien deutlich gestiegen. Nach dem VDV-Leistungskostengutachten lag der Kostendeckungsgrad aus Fahrgeldern und sonstigen Erlösen auf Datenbasis 2024 nur noch bei 33 Prozent.

Alexander Pischon warnte deshalb vor weiteren Kürzungen. In Kommunen und Landkreisen würden Fahrpläne bereits reduziert, auch im Schienenpersonennahverkehr drohten Einschränkungen, wenn die Regionalisierungsmittel nicht ausreichten. Der VDV fordert deshalb eine bedarfsgerechte Erhöhung der Bundesmittel. Bernreiter verwies darauf, dass die Länder mehr Angebot und attraktivere Verbindungen schaffen wollten, zahlreiche Baustellen und Finanzierungsprobleme die Entwicklung aber bremsten. Als Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz setzt er sich für eine verlässliche Finanzierung des öffentlichen Verkehrs ein.

Zweites großes Sachthema war der Brenner-Nordzulauf. Der Brenner-Basistunnel soll in wenigen Jahren in Betrieb gehen und zusätzliche Kapazitäten auf der Nord-Süd-Achse schaffen. Nach Auffassung des VDV muss Deutschland deshalb den Ausbau der Zulaufstrecke in Bayern beschleunigen. Österreich und Italien seien bei ihren Zulaufstrecken bereits weiter.

Stefan Kühn warnte davor, dass Deutschland zum Engpass im Brenner-Korridor werden könnte. Der Nutzen des Basistunnels lasse sich nur mit einer leistungsfähigen Zulaufstrecke auf deutscher Seite vollständig ausschöpfen. Der VDV appelliert deshalb an den Deutschen Bundestag, die weiteren Entscheidungen zum Brenner-Nordzulauf zügig zu treffen. Die Brennerachse ist Teil des transeuropäischen Korridors Skandinavien–Mittelmeer und eine wichtige Verbindung für den europäischen Güterverkehr.

Stefan Hennigfeld
Redaktioneller Leiter
Zughalt e.V.
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Quelle: Zughalt.de